Salzburger Festspiele: "Rosenkavalier" mit Kleiber?
Die Salzburger Festspiele stehen für den nächstjährigen "Rosenkavalier" in Gesprächen mit dem Dirigenten Carlos Kleiber. Das bestätigt Intendant Peter Ruzicka in einem Gespräch für die Donnerstag erscheinende NEWS-Ausgabe.
Ursprünglich war Christian Thielemann vorgesehen, doch dessen Mitwirkung ist nach der Absage der diesjährigen Salzburger Henze-Uraufführung "LUpupa" mehr als zweifelhaft. Kleiber, der sich seit drei Jahren allen Auftritten verweigert, gilt als weltbester "Rosenkavalier"-Dirigent. Seine Mitwirkung wäre eine Sensation.
Kleiber habe auf Anfrage brieflich Hoffnung gemacht, so Ruzicka, der vorsichtig hinzufügt: "Dass wir mit Kleiber im Gespräch sind, kann man bestätigen. Aber indem man im Gespräch ist, weiß man auch um die Schwierigkeiten, das Wünschbare und die künstlerische Realität in Einklang zu bringen."
Als weitere Salzburger Dirigenten der nächsten Jahre sind neben Nikolaus Harnoncourt und Riccardo Muti ("Zauberflöte") zwei Stars der jungen Generation, nämlich Philipp Jordan und Daniel Harding, vorgesehen.
Ruzicka entgegnet auch jüngste Vorwürfen von Schauspielchef Jürgen Flimm, der via NEWS die Kommunikationsverweigerung des Intendanten als Grund für seinen Abgang genannt hatte: "Die Beziehung mit Flimm war und ist eine freundschaftliche. Er hatte allerdings den Lebensplan, die Mortier-Nachfolge bei der Ruhr-Triennale zu übernehmen, was mit der Verlängerung des Salzburger Vertrags nicht unter einen Hut zu bringen war. Dies hätte ruhig klarer zum Ausdruck gebracht werden können, und es hätte nicht einer Scheinbegründung bedurft."
Flimm hatte zudem geklagt, seine Pläne für das Mozart-Jahr 2006 brieflich beim Intendanten eingereicht und keine Antwort empfangen zu haben. Ruzicka in NEWS: "Das war ein Brief, in dem Flimm über die Programmplanung der nächsten Jahre, u. a. auch über die Schwangerschaft einer Berliner Choreographin, räsoniert hat. Er war nicht an mich, sondern an das Diektorium gerichtet, weshalb er satzungsgemäß im Direktorium beraten und ebenso satzungsgemäß von der Präsidentin beantwortet wurde, u. a. dahingehend, dass wir für die Schwangerschaft der Choreographin funktionell unzuständig sind."
Für das Engagement Christoph Schlingensiefs bei den Bayreuther Festspielen zeigt Ruzicka im NEWS-Gespräch kein Verständnis: "In diesem Punkt bin ich scheinbar konservativ, weil ich meine, dass für die Oper ein gewisses Handwerkszeug vorhanden sein muss. Da käme unter Schlingensief ein Zufgallsergebnis zustande, bei dem man nicht mehr garantieren könnte, dass es sich auf dem Niveau Salzburgs vollzieht. Seine Aktionen wie der Container vor der Staatsoper sind allerdings erfrischend und finden meine volle Sympathie."
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