Freitag, 20. Juni 2003

Starker Anstieg der Lehrstellen Suchenden erwartet

Mehr als 15.000 Jugendliche österreichweit werden nach Schulschluss eine Lehrstelle brauchen. Die Zahl der Lehrstellen Suchenden wird damit mehr als doppelt so hoch sein wie jetzt im Juni, geht aus den neuesten Berechnungen der Arbeiterkammer (AK) hervor. Die Unternehmer bieten aber nicht einmal 10.000 Lehrstellenplätze ab Juli an.

AK-Präsident Herbert Tumpel verlangt daher von der Regierung, dass diese sofort für Herbst 5.000 Plätze im Auffangnetz zur Jugendausbildung zusage. Außerdem müsse es wieder Auffangnetz- Ausbildungen geben, in denen die Jugendlichen einen Lehrabschluss machen können - wie in den früheren Lehrlingsstiftungen. Die Regierung habe den dramatischen Lehrstellenmangel monatelang ignoriert. Auch im Regierungsprogramm finde sich kein Wort, wie Lehrplätze geschaffen werden sollen, kritisiert Tumpel.

Auf dem Lehrstellenmarkt hat sich in den letzten Monaten nichts bewegt. Von derzeit 6.600 Jugendlichen, die oft schon seit einem Jahr eine Lehrstelle suchen, brauchen 3.500 sofort einen Ausbildungsplatz. 3.100 sind noch in kurzfristigen Arbeitsmarktservice-Kursen, die nicht zum Auffangnetz gehören. Dazu kommen jetzt 8.800 Schulabsolventen, die für Juli als Lehrstellen suchen vorgemerken sind. Ihnen allen bieten die Unternehmer österreichweit nur 9.500 offene Lehrstellen - die meisten erst ab Juli.

Da helfe nur die sofortige Aufstockung der Auffangnetz-Plätze zur Jugendausbildung im laufenden Lehrjahr, sagt Tumpel, und zwar auf mindestens 5.000 Plätze.
(apa)

20.6.2003 11:33