Pokemons zu teuer - EU-Verfahren wurde eröffnet
- Bußgeld von bis zu 10 Prozent eines Jahresumsatzes droht
- Markt für Aufkleber, Karten & Co. Europa 600 Mio. Euro schwer
Die bei Kindern sehr beliebten Pokemon-Karten und Aufkleber sind nach Ansicht der EU-Kommission in einigen Ländern zu teuer verkauft worden. Der Hersteller, der US-Konzern Topps, habe Märkte in Europa abgeschottet und die Preise zum Teil künstlich hoch gehalten. Kleine Finnen oder Franzosen müssten deshalb am Kiosk viel mehr Taschengeld für die begehrten Karten hinlegen als ihre Altersgenossen in Italien oder Spanien, sagte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Er habe deshalb ein förmliches Kartellverfahren wegen unlauterer Geschäftspraktiken eingeleitet.
Falls Monti seinen Vorwurf beweisen kann, droht der Topps Europe Ltd und anderen Töchtern des US-Konzerns ein Bußgeld von bis zu 10 Prozent eines Jahresumsatzes. Es geht um Aufkleber und Karten mit Motiven aus dem Pokemon-Videospiel. Der Nintendo-Konzern, der das Spiel entwickelt hat, ist vom Brüsseler Verfahren nicht betroffen.
Große Preisunterschiede
Die Karten seien in Finnland "während des größten Teils des Jahres 2000" zweieinhalb mal so teuer gewesen wie in Portugal, rechnete Monti vor. Topps und seine Vertriebshändler hätten "mittels einer ausgefeilten Strategie" Parallel-Einfuhren aus Niedrigpreisländern wie Italien und Spanien verhindern wollen. Betroffen von den Abmachungen waren Großbritannien, Italien, Finnland, Deutschland, Frankreich und Spanien.
Der Markt in Europa für Aufkleber, Karten und andere Sammelobjekte für Kinder hatte im Jahr 2000 nach Schätzungen der Kommission ein Volumen von mehr als 600 Mio. Euro. (apa/red)
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