Mittwoch, 18. Juni 2003

Ende der Ära Humer bei Palmers

  • Langjähriger Chef legt seine letzte operative Funktion zurück
  • Folge eines veritablen Streits der seit Ende 2002 herrscht

Mit einem Reigen von Hauptversammlungen wird in der Wäsche- und Immobilienkette Palmers die Ära Humer beendet. Mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstandsvorsitz der "P" Beteiligungs AG, hat der langjährige Chef und Miteigentümer Rudolf Humer (59) nämlich am Mittwoch seine letzte operative Funktion im Konzern zurückgelegt.

Auch sein Vorstandskollege und Wegbegleiter Leopold Bednar schied aus dem Gremium aus. Neu einziehen werden der Neo-Vorstand in der Palmers AG Martin Neidthart sowie Palmers Textil-Finanzvorstand Walter Wölfler. Im Vorstand verblieben ist hingegen die langjährige Palmers-Managerin Monika Freiberger.

Die heutigen Beschlüsse sind Folge eines veritablen Streits, der Ende 2002 unter den Familienaktionären über die künftige Konzernführung ausgebrochen ist. Es ging ursprünglich darum, Humer durch die langjährige Managerin Astrid Gilhofer abzulösen. Nach einem wochenlangen Nervenkrieg schied Gilhofer aus dem Konzern aus, aber auch Humer gab sukzessive alle Funktionen ab.

Nachdem sich der Streit offenbar auch dadurch nicht beilegen ließ, soll nun Familiensilber aufgeteilt werden. Die traditionell eher medienscheue Familie lässt sich über ihre konkreten Pläne noch nicht viel entlocken. In Medienberichten hieß es bisher, Humer sollte gemeinsam mit Michael Alexander Palmers die zum Konzern gehörende City-Immobiliengesellschaft Gerngross Kaufhaus AG sowie Don Gil erhalten. Christian Michael Palmers, der im Hintergrund einer der Befürworter der Humer-Ablöse gewesen sein soll, sollte sich nach früheren Zeitungsspekulationen mit Teilen des restlichen Palmers-Immobilien-Imperiums zurückziehen und seine Schwester Elisabeth Wilhelm das Kerngeschäft, die Palmers Textil AG, bekommen. (apa)

18.6.2003 14:21

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