Mittwoch, 18. Juni 2003

Frankreich blockiert Kompromiss zur EU-Agrarreform

  • Kommissar Fischler wollte mehr Flexibilität einräumen
  • Die übrigen EU-Staaten waren prinzipiell für den Vorschlag

Frankreich lehnt auch den neuen Kompromissvorschlag für eine umfassende Reform der EU-Agrarbeihilfen ab. Wie aus den Delegationen beim Agrarministerrat am Donnerstag verlautete, reichten der französischen Delegation auch weitere Zugeständnisse an ihre Position nicht aus.

Die anderen EU-Staaten hätten den Kompromiss der EU-Kommission weit gehend positiv aufgenommen.

Agrarkommissar Fischler bot in dem Vorschlag an, die vor allem in Frankreich gehaltenen Mutterkühe von der Entkoppelung auszunehmen. Auch bei den umstrittenen Preissenkungen für Getreide gab Fischler nach. Sie sollen weniger stark ausfallen. Frankreich hat eine starke und exportorientierte Getreidewirtschaft. Die französische Delegation lehnt seit Beginn der Verhandlungen am Dienstag ab, solche Preissenkungen beim Getreide mitzutragen.

Auch in dem neuen Vorschlag stand Fischler weiter zu seinem Angebot, den EU-Staaten viel nationale Gestaltungsfreiheit bei der Reform zu geben. Flexible Lösungen sind bei der Entkoppelung vorgesehen, mit der künftig Fleisch- und Getreideberge verhindert werden sollen. Die Bauern verdienen weitgehend unabhängig von der Anbaufläche und der Menge der Tiere und können entsprechend der tatsächlichen Nachfrage der Verbraucher wirtschaften.
(apa)

18.6.2003 13:41