Insolvenzen in Deutschland auf neuem Höchststand
- 27 Prozent mehr Pleiten als im Vorjahreszeitraum
- 9.747 Unternehmenspleiten im 1. Quartal 2003
Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist im ersten Quartal 2003 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, wurden zwischen Jänner und März 24.378 Pleiten von Firmen und Privatleuten registriert. Dies waren 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Mit 9.747 Unternehmenspleiten wurde der Behörde zufolge der höchste Stand in einem ersten Quartal und der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Zum Vorjahreszeitraum stiegen die Firmeninsolvenzen demnach um 9,4 Prozent.
Die Gesamthöhe der offenen Forderungen belief sich den Angaben zufolge im ersten Quartal auf 11,7 Mrd. Euro. Dies waren 18,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Höher als zu Beginn dieses Jahres hätten die Firmenpleiten nur im dritten Quartal 2002 gelegen, sagte ein Sprecher der Behörde. Damals hatten 9846 Unternehmen ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt. Insgesamt hatten im vergangenen Jahr 37.000 Unternehmen in Deutschland Gläubigerschutz beantragt und damit so viele wie nie zuvor.
Noch höhere Zuwachsraten als bei Firmen gab es zu Jahresbeginn bei den Verbraucherinsolvenzen: Hier schnellte die Zahl mit 7.603 Fällen gegenüber dem ersten Quartal 2002 um 69,4 Prozent nach oben. Dabei wirkte sich weiter das neue Insolvenzrecht aus, das zunehmend genutzt wird. Seit 1. Dezember 2001 können Privatpersonen und Kleinunternehmer, auch wenn sie über keinerlei finanzielle Mittel verfügen, ein Insolvenzverfahren beantragen. Sie haben dabei die Möglichkeit, sich die Verfahrenskosten stunden zu lassen. (APA)
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