Samstag, 21. Juni 2003

Wimbledon-Einzel ab sofort ohne Österreicher

  • Schett scheitert in Runde zwei an Martinez 2:6,4:6
  • PLUS: Rusedski beschimpft Referee & Fans (siehe Kasten rechts)

Die Einzel-Bewerbe im Tennis-Mekka Wimbledon finden ab sofort ohne österreichischer Beteiligung statt. Am Donnerstag scheiterte auch Babsi Schett, sie blieb in Runde zwei gegen die als Nummer 18 gesetzte Conchita Martinez mit 2:6,4:6 praktisch chancenlos. Und auch im Doppel war für Schett am Donnerstag Endstation.

Schett kam nach ihrem klaren Sieg in Runde eins gegen die routinierte Martinez über eine Durchschnittsleistung nicht hinaus und war deshalb gegen das raffinierte Spiel der Wimbledon-Siegerin von 1994 chancenlos. Die Tirolerin geriet gegen die als Nummer 18 gesetzte Martinez schnell mit 0:3 in Rückstand, kam dann zwar auf 2:3 heran, machte in der Folge aber im ersten Satz kein Game mehr.

Die einzige Chance ergab sich für die Tirolerin am Beginn des zweiten Satzes, als sie bei einer 1:0-Führung einen Breakball hatte. Martinez wehrte diesen aber ab und nahm postwendend der Österreicherin den Aufschlag zum 2:1 zu null ab. Das war die Vorentscheidung, nach 1:10 Stunden verwertete Martinez ihren vierten Matchball zum Sieg.

Koubek ohne Chance
Sein erstes Match auf dem Centre Court von Wimbledon war für Stefan Koubek auch schon sein vorerst letztes. Der Kärntner verlor am Mittwoch in der zweiten Runde der All England Championships gegen den Schweizer Roger Federer 5:7,1:6,1:6, wobei der Villacher im ersten Durchgang bei 5:4 einen Satzball ungenützt ließ. Koubek hatte sogar 5:2 geführt, von den folgenden 17 Games aber 15 verloren.

Die Partie Koubek gegen Federer war durch eine Regenpause beim Stand von 7:5,5:1 rund eine halbe Stunde unterbrochen, doch den Turnier-Co-Favoriten Federer brachte das nicht aus dem Konzept. Koubek sollte damit Recht behalten, dass er nur Außenseiter ist. Damit kassierte der Österreicher gegen seinen Freund die zweite Abfuhr in Folge. Anfang Mai hatte der Weltranglisten-Fünfte im München-Semifinale 6:2,6:1 gewonnen. Federer stellte im Head-to-Head auf 4:1, nur im CA-Trophy-Viertelfinale 2001 hatte Österreichs Nummer eins gesiegt.

Melzer warf die Nerven weg
Jürgen Melzer verlor am frühen Abend gegen den Schweden Jonas Björkman nach einer durchaus gleichwertigen Leistung 4:6,2:6,6:2,3:6. Schlüssel-Szene in der Melzer-Partie war eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung, als bei 3:4-Rückstand im vierten Satz und Einstand ein Vorhand-Schlag des Niederösterreichers out gegeben wurde. Melzer verlor die Fassung, das Game und damit auch das Match, da Björkman in Folge ausservierte.

Ein weiterer Schwachpunkt von Melzer war die mangelhafte Ausbeute bei der Verwertung von Break-Punkten. Während sein Kontrahent Björkman vier von sieben Möglichkeiten verwertete, konnte Melzer lediglich zwei von zehn Chancen nutzen. Ansonsten konnte am Spiel des Niederösterreichers kaum etwas ausgesetzt werden. (apa,red)

21.6.2003 15:02