Wimbledon präsentiert sich so offen wie nie zuvor
- Im Herrenbewerb gibt es keine klaren Favoriten mehr
- Henin-Hardenne und Clijsters fordern Williams-Schwestern
Offen wie nie zuvor präsentiert sich der diesjährige Herren-Bewerb in Wimbledon. Nach der Absage des siebenfachen Gewinners Pete Sampras kennen die All England Championships heuer keinen klaren Favoriten. Bei den Damen gibt es hingegen fordern die Paris-Siegerin Justine Henin-Hardenne und ihre belgische Landsfrau Kim Clijsters erneut Venus und Serena Williams, die sich in den vergangenen drei Jahren (Venus 2000, 2001, Serena 2002) in die Wimbledon-Siegerliste eingetragen haben.
Lleyton Hewitt, Andre Agassi (der heuer in Australien gewonnen hat), Roger Federer und Andy Roddick müssen bei den Herren wohl als erste Anwärter auf die Siegprämie in Höhe von 840.000 Dollar angesehen werden, wobei wohl auch etliche andere Spieler mit einer Überraschung spekulieren dürfen.
Hewitt derzeit nicht in Hochform
Hewitt hat mit seinem Sieg 2002 die Vorherrschaft der Aufschlag-Volley-Spieler unterbrochen, doch befindet sich der Australier derzeit nicht in der Topform des Vorjahrs, wie seine Viertelfinal-Niederlage gegen Sebastien Grosjean im Queens Club gezeigt hat.
Agassi will seinen zweiten Sieg
Rechnen muss man natürlich auch mit dem 33-jährigen Agassi, der elf Jahre nach seinem bisher einzigen Erfolg (1992) nochmals gerne im englischen Tennis-Mekka gewinnen würde. Doch auch er ist zu schlagen, wie ja erst Roddick im Halbfinale von Queens gezeigt hat.
Underdogs wollen Agassi beißen
Mit dem unberechenbaren Marat Safin und Mark Philippoussis befinden sich auch auf der Raster-Hälfte des achtfachen Grand-Slam-Siegers gefährliche Spieler. Vielleicht geht der Wunsch von Agassi-Coach Darren Cahill nach einem Finale Hewitt - Agassi in Erfüllung, "denn dieses Duell würde wohl jeder gerne sehen."
Sand-König Ferrero auf ungewohntem Belag
Die Hoffnungen der Gastgeber ruhen wieder auf Tim Henman, der England den ersten Titel seit Fred Perry bescheren will, sowie dem Kanonen-Aufschläger Greg Rusedski, der sich nach einigen Problemen wieder fit fühlt. Mit dem Niederländer Richard Krajicek (1996), der seine Karriere dieser Tage beendet hat, sowie dem ebenfalls verletzten Kroaten Goran Ivanisevic (2001) sind zwei frühere Wimbledonsieger nicht (mehr) dabei. Gespannt darf man auf das Auftreten von Paris-Sieger Juan-Carlos Ferreira aus Spanien sein, der sich nun auch auf Rasen bewähren möchte.
Belgierinnen fordern Williams-Sisters
Bei den Damen wäre wie im Vorjahr ein Finale zwischen den Williams-Schwestern möglich, doch da werden wohl wie in Paris die zwei Belgierinnen ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Serena hat sich nach der Enttäuschung von Roland Garros auf Rasenplätzen in Florida auf Wimbledon vorbereitet und vor allem Aufschlag trainiert. Jetzt fühlt sich die 21-jährige Nummer eins der Weltrangliste wieder in Topform, um den sechsten Grand Slam-Titel zu holen. "Der Aufschlag funktioniert wieder großartig", teilte sie vor der Abreise nach London mit.
Koubek & Co. wollen anständig auftreten
Österreichs vier Vertreter Stefan Koubek (Christophe Rochus), Jürgen Melzer (Fernando Gonzalez), Barbara Schett (Marta Marrero) und Patricia Wartusch (Rita Grande) können sich zwar über ihr Erstrunden-Los nicht beklagen, doch wäre es eine positive Überraschung, sollte Austria am Ende kommender Woche noch in den Einzelbewerben vertreten sein. Am weitesten könnte Wartusch im Damendoppel kommen, ist doch die Tirolerin mit ihrer ungarischen Partnerin Petra Mandula als Nummer zwölf gesetzt. (apa/red)
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