Päpstliches "Mea Culpa" bei 101. Reise in Bosnien
- Überraschende Geste: Papst bat um Vergebung für Verbrechen von Katholiken
- Kurz-Trip über die Adria: Papst noch am Abend wieder in Rom
Papst Johannes Paul II. ist am Sonntagabend von seiner Bosnienreise nach Rom zurückgekehrt. Das 83 Jahre alte Kirchenoberhaupt, das die eintägige Reise im Rollstuhl absolvierte, wurde auf dem Flughafen von hohen Würdenträgern aus dem Vatikan empfangen. In der bosnischen Serbenmetropole Banja Luka hatte er in einer überraschenden Geste um Vergebung für Verbrechen von Katholiken auf dem Balkan gebeten.
In der bosnischen Serbenmetropole Banja Luka hatte er in einer überraschenden Geste um Vergebung für Verbrechen von Katholiken auf dem Balkan gebeten. Ohne Einzelheiten zu nennen, bezog er sich damit ganz offenbar auf Gräueltaten faschistischer kroatischer Ustascha-Verbände im Zweiten Weltkrieg. Zugleich rief er bei einer Messe die Völker der ehemaligen Bürgerkriegsregion zur Versöhnung auf.
Der Papst sprach auch den 1928 verstorbenen katholischen Intellektuellen Ivan Merz selig. Merz hatte sich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts zum Zölibat bekannt und sein Leben in den Dienst der Kirche gestellt. Er starb mit nur 32 Jahren an einer Hirnhautentzündung.
Die katholische Kirche in Bosnien-Herzegowina erklärte, Merz' Einsichten seien auch heute noch von großer Bedeutung. Im vergangenen Jahr hatte der Vatikan ein von Merz bewirktes Wunder anerkannt, die Heilung eines jungen Mädchens. Die Seligsprechung durch den Papst geht einer Heiligsprechung voraus. (APA)
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