Samstag, 21. Juni 2003

Zwei "Geisterzüge" brachten Fast-Katastrofen

  • Güterzug raste auf L.A. zu, entgleiste & zerstörte Wohnhäuser
  • Abgestellte Waggons machten sich auch bei Wels selbständig

Wegen zwei "Geisterzügen" kam es am Samstag in den USA und Österreich zu Fast-Katastrofen! Besonders brenzlig wurde es im Norden von Los Angeles: Ein führerloser Güterzug konnte nur durch ein geplantes Entgleisen vor der Stadt gestoppt werden, zerstörte dabei jedoch einige Wohnhäuser eines Vorortes. Glimpflicher verlief ein ähnlicher Vorfall bei Wels in Oberösterreich, nur ein Waggon sprang aus den Schienen.

Fast-Katastrofe in den USA
Der mit Holzbalken beladene führerlose Güterzug ist nach einer 45 Kilometer langen Reise nahe der kalifornischen Metropole L.A. entgleist und hat dabei drei Wohnhäuser zerstört. Nach Feuerwehrangaben wurden 13 Menschen, darunter drei Kinder, überwiegend leicht verletzt, als Teile der Fracht in die Gebäude stürzten. Es hätte jedoch schlimmer kommen können: Der "Geisterzug" war auf Randgebiete von Los Angeles zugerollt und wurde dann absichtlich aus den Schienen "geworfen", um ein mögliches Entgleisen in einem dicht bevölkerten Gebiet zu verhindern.

Nach Angaben der Eisenbahngesellschaft Union Pacific hatten sich die 30 Waggons bei einer Weichenumstellung von der Lokomotive gelöst und selbstständig gemacht. Durch Fernbedienung wurden die Wagen schließlich auf ein Abstellgleis bei Commerce umgeleitet, wo 18 von ihnen dann aus den Schienen sprangen.

Sabotage in Oberösterreich
Ein "Geisterzug" kam auch in Oberösterreich auf einem Nebengleis des Bahnhofs Gunskirchen (Bez. Wels-Land) ins Rollen. Die 32 Waggons begannen plötzlich auf die nahe gelegene Westbahnstrecke zuzurollen. Der Grund: Unbekannte hatten die vier Bremsschuhe, mit denen die Waggons gesichert waren, entfernt.

Züge, die ohne grünes Licht losfahren, werden jedoch von einer Weiche automatisch gestoppt, was auch hier geschah: Die Weiche tat ihren Dienst, die abrupte Bremsung ließ lediglich den ersten Waggon entgleisen. Der Schaden für die ÖBB liegt bei rund 10.000 Euro. (APA/red)

21.6.2003 15:46