Chirac attackiert Fischler in Sachen Agrarreform
Im Streit um die geplante EU- Agrarreform hat der französische Staatspräsident Chirac heftige Kritik an EU-Agrarkommissar Fischler geübt. Die Positionen Fischlers seien "inakzeptabel" und würden von Frankreich nicht akzeptiert, sagte Chirac nach dem Abschluss des EU-Gipfels am Freitagabend im griechischen Porto Karras. "Alle müssen sich bewegen, auch der Kommissar", betonte Chirac.
Frankreich will den EU-Partnern mehr Zugeständnisse bei der Teilentkoppelung der direkten Einkommensbeihilfen von der Produktion abringen. Auf Druck des französischen Präsidenten hatte der griechische EU-Vorsitzende, Simitis, die Marathonverhandlungen der Agrarminister am Donnerstag in Luxemburg unterbrechen lassen. Sie sollen erst kommenden Mittwoch wieder aufgenommen werden. Chirac hatte mit einem Veto gegen die Reform gedroht, falls keine einstimmige Lösung gefunden werde.
In Porto Karras bestätigte Chirac seine zwischen EU-Partnern ungewöhnliche Vorgehensweise. Er habe die griechische Präsidentschaft um eine zusätzliche Frist ersucht, um eine für alle annehmbare Lösung zu finden, berichtete Chirac. Die Griechen hätten zugestimmt. Allerdings war es Chirac nicht gelungen, die Agrarfragen auf Gipfel- Ebene anzusprechen. Simitis hatte dies entschieden abgelehnt. (APA)
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