Donnerstag, 19. Juni 2003

Franzosen streiken wieder gegen Pensionsreform

  • Vor allem Verkehrsbetriebe und Lehrer protestieren
  • Verabschiedung des Gesetzes soll aufgehalten werden

Wegen der Proteste gegen die geplante Pensionsreform in Frankreich hat es am Donnerstag zum achten Mal in diesem Jahr Verkehrsbehinderungen gegeben. Vier Gewerkschaften forderten ihre Mitglieder auf, mit Arbeitsniederlegungen die Verabschiedung des Reformgesetzes in der Pariser Nationalversammlung aufzuhalten.

Die Streikbeteiligung war offenbar geringer als bei den vorhergehenden landesweiten Protestbewegungen. Im Laufe des Tages sollten in Paris und zahlreichen anderen Städten Kundgebungen gegen die Reform der Regierung von Premierminister Jean-Pierre Raffarin stattfinden.

Die Debatte im Parlament begann in der vergangenen Woche, kam aber wegen hunderter Änderungsanträge noch nicht weit voran. Wegen der Streiks am Donnerstag ist mit Verkehrsbehinderungen vor allem bei der Bahn und den Pariser Verkehrsbetrieben zu rechnen. Auch mehrere hunderttausend Lehrer dürften erneut die Arbeit niederlegen. Sie gehören zu den Hauptbetroffenen der Rentenreform, mit der die Beitragszeiten schrittweise um bis zu viereinhalb Jahre verlängert werden sollen. Der Luftverkehr sollte weitgehend normal laufen.

(apa)

19.6.2003 07:20