Mittwoch, 18. Juni 2003

USA wollen nordkoreanische Atomfrage unbedingt lösen

  • London will Nordkorea international isolieren

Die USA messen der Lösung der nordkoreanischen Atomfrage nach den Worten von Außenminister Colin Powell größte Bedeutung bei. "Keine Frage ist für die USA von größerer Dringlichkeit als die des Atomwaffenprogramms von Nordkorea", wurde Powell am Mittwoch in US-Regierungskreisen zitiert.

Die USA könnten nicht mit einem Nordkorea zusammenarbeiten, das nach Atomwaffen strebe, habe Powell bei seinem Treffen mit den ASEAN-Außenminister in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh gesagt. Die USA würden das kommunistische Land entgegen der Behauptung Nordkoreas nicht bedrohen. Die USA ließen jedoch auch nicht zu, dass Nordkorea die USA oder ihre Verbündeten bedrohten.

Nordkorea bekräftigte unterdessen, seine atomare Abschreckungskraft stärken zu wollen und wies eine Forderung der USA nach multilateralen Gesprächen über Nordkoreas Atomprogramm zurück. Die atomare Abschreckung sei "eine Maßnahme zur Selbstverteidigung, um der täglich wachsenden Bedrohung durch die USA entgegenzuwirken, die eine Strategie der Isolation Nordkoreas verfolgen", teilte Nordkoreas Außenministerium am Mittwoch über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mit.

Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sprach sich während seines Besuchs in Australien am Mittwoch dafür aus, Nordkorea international zu isolieren. Hoon sagte Canberra, durch eine Isolation könne Nordkorea gezeigt werden, dass sein Streben nach Massenvernichtungswaffen nicht toleriert werde.

Ohne Zugeständnisse der USA werde Nordkorea sein Atomwaffenprogramm niemals aufgeben, hieß es in einem von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Kommentar des Parteiorgans "Rodong Sinmun". Der Irak-Krieg habe gezeigt, das Abrüstung zu einem Krieg führt, hieß es.

(apa)

18.6.2003 10:31