Italiens Journalisten streiken gegen politischen Druck
- 18. Juni: Keine Nachrichten in Fernsehen und Rundfunk
- Anlass: Entlassung von Chefredakteur der "Corriere della Sera"
Italiens TV- und Rundfunk-Journalisten haben am 18. Juni einen Tag lang gegen den nach Ansicht ihrer Standesvertretung FNSI zunehmenden politischen Druck auf die Medien im Land gestreikt. Daher gab es im Fernsehen und Rundfunk keine Nachrichten.
Der Streik war nach einem umstrittenen Wechsel an der Spitze des Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" beschlossen worden.
Die Demission des "Corriere"-Chefredakteurs Ferruccio De Bortoli war Gerüchten zufolge auf Druck des Kabinetts von Premier Silvio Berlusconi erfolgt. Zuvor hatten bereits die Redakteure von Tageszeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen die Arbeit niedergelegt.
Pressefreiheit in Gefahr?
FNSI-Sprecher meinten, die Pressefreiheit gerate in Italien immer mehr in Gefahr, da der Einfluss von Berlusconi auf die Medienlandschaft immer stärker werde. "Dies ist ein politischer Streik, weil wir einen Eckpfeiler der Demokratie, die Medienfreiheit, verteidigen wollen. Es ist offensichtlich, in welcher Gefahr die Pressefreiheit in Italien ist", meinte FNSI-Chef Paolo Serventi Longhi. (apa, red)
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