Dienstag, 17. Juni 2003

Japan droht mit Austritt aus Walfangkommission

  • Nach Beschluss verschärfter Wal-Schutzbestimmungen
  • Tokio: Existenz zahlreicher Walfänger bedroht

Nach dem Beschluss für einen verstärkten Schutz der Wale auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission in Berlin droht Japan mit seinem Austritt aus der Organisation. Der Beschluss gefährde das japanische Forschungsprogramm, erklärte das Fischereiministerium in Tokio. Darüber hinaus sei die Existenz zahlreicher Walfänger bedroht. Ein Ausscheiden aus dem Gremium sei daher "eine Möglichkeit".

Der Hauptzweck der IWC sei zu einem Antiwalfangprogramm verbogen worden, meinen die Japaner. "Als nächstes wollen sie vielleicht unsere Walforschung stoppen". Außerdem respektiere der Beschluss die Nahrungsmitteltradition des Landes nicht.

Auf der Tagung brach der Streit zwischen Gegnern und Befürwortern der Waljagd unter den 51 Mitgliedstaaten der Kommission wieder aus. Seit 1986 gibt es ein Verbot des kommerziellen Walfangs, das nur mit Dreiviertelmehrheit aufgehoben werden könnte. In das Moratorium sind Kleinwale wie Delfine und Tümmler nicht einbezogen. Japan unterläuft das Verbot durch so genannten wissenschaftlichen Walfang. Auch Island will sich daran beteiligen. Norwegen hat Einspruch gegen das Moratorium eingelegt und betreibt offen Jagd auf Minkwale. (apa)

17.6.2003 13:34