Waffenstillstand für Liberia vereinbart
- Endlich Durchbruch im Bürgerkriegs-Land - vorerst
- Auch Abgang des liberianischen Präsidenten Taylor vorgesehen

Nach drei Jahren Bürgerkrieg haben Regierung und Rebellen in der westafrikanischen Republik Liberia einen Waffenstillstand geschlossen. Das am Dienstag in Ghana unterzeichnete Abkommen sieht den Rücktritt von Präsident Charles Taylor und die Bildung einer Übergangsregierung vor. Nur Stunden nach der Unterzeichnung schränkte die Regierung Taylors ihre Zusage wieder ein.
In dem Dokument wurde die Bildung einer Übergangsregierung angekündigt, "die den amtierenden Präsidenten nicht einschließt". Die Übergangsregierung, der Vertreter der Rebellen und der politischen Parteien angehören sollen, soll innerhalb von 30 Tagen gebildet werden. Taylor hatte bereits zu Beginn der Friedensgespräche am 4. Juni erklärt, er sei bereit abzutreten.
Die Regierung unterstütze das Abkommen und wolle seinen Erfolg sicherstellen, sagte Verteidigungsminister Daniel Chea bei der Unterzeichnung in Ghana. Die Vermittler klatschten Beifall, während Chea den Rebellenvertretern die Hand reichte. Allerdings erklärte Regierungssprecher Vaanii Paasaw, bindend sei nur die Waffenruhe. Alle anderen Punkte, wie der Rücktritt und die Unabhängigkeitsregierung, müssten noch verhandelt werden. Taylor äußerte sich am Dienstag nicht öffentlich. Im staatlichen Rundfunk wurde nur die Waffenruhe verkündet, nicht die anderen Teile des Abkommens.
In Liberia liefen die Menschen nach Ankündigung des Waffenstillstands auf die Straßen der Hauptstadt Monrovia und feierten. Autos fuhren mit weißen Fahnen dekoriert hupend durch die Straßen, auf einem Markt wurde getanzt. Skeptische Beobachter wiesen allerdings darauf hin, dass Taylor schon mehrfach seinen Rücktritt zugesagt, sich aber nie daran gehalten habe. (apa)
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