Freitag, 13. Juni 2003

FORMAT-Analyse: Benzin oder Diesel?

  • Dieselautos tanken billiger und bringen mehr im Wiederverkauf

Der Mikrokosmos Tankstelle spiegelt die österreichischen Verhältnisse wider - die einer rotweißroten Dieselrepublik. Beim Tankstopp halten mehr als zwei Drittel der heimischen Autofahrer vor der Dieselzapfsäule und sparen dabei im Schnitt 12 bis 21 Cent pro Liter gegenüber Benzinkäufern - bei einer Füllmenge von fünfzig Litern also mindestens sechs Euro pro Tank.

Doch ist Diesel auch auf den zweiten Blick günstiger - unter Berücksichtigung von Versicherungsprämie, Wartung und Verbrauch? Die FORMAT-Analyse zeigt: Dieselautos tanken viel billiger und bringen mehr im Wiederverkauf.

Bei Privatautos ist Diesel um 18,5 % günstiger
FORMAT verglich die Gesamtkosten eines VW Golf für einen privaten Autofahrer. Beim Spritverbrauch auf 100 km geht das Match mit 5,4 zu 6,4 Litern klar zugunsten des Diesel aus. Der Benziner braucht also 18,5 Prozent mehr - und zudem teureren - Treibstoff. Hochgerechnet auf das Jahr lassen Dieselfahrer laut ARBÖ-Kalkulation bei einer angenommenen Leistung von 15.000 Kilometern pro Jahr 724,50 Euro an der Tankstelle, Benzinlenker dagegen 1.144,80 Euro, also 420 Euro mehr.

Die sonstigen Preisunterschiede sind minimal - in der Anschaffung kostet die Dieselvariante gerade 0,2 Prozent mehr als ein gleichwertiger Benziner.

Durch die ab 2004 wirksame Steuerreform ändert sich das Bild minimal. Die Abgaben für Diesel werden um 2,4 Cent, für Benzin um 1,2 Cent pro Liter erhöht. Damit schmilzt der Dieselvorteil im Beispiel auf 411,30 Euro pro Jahr. Fazit: Ein durchschnittlich aktiver Privatfahrer kommt auch 2004 mit Diesel günstiger davon.

Bei Leasing: Diesel unschlagbar billiger
Bei gewerblich genutzten Leasingfahrzeugen geht die Rechnung ebenfalls zu Gunsten des Diesels aus. Henning Heise, Chef von best4fleet, einem unabhängigen Fuhrparkberater, zitiert zahlreiche Musterrechnungen: "Diesel rechnet sich ab dem ersten Kilometer."

Knackpunkt Wiederverkaufswert
Da die Spritrechnungen nur sechs bzw. acht Prozent der Gesamtkosten eines Pkw ausmachen, ist der Wiederverkaufswert entscheidend. Auch unter diesem Aspekt fährt der Diesel auf der günstigeren Spur. "Der Wiederverkaufswert bei Diesel ist um einiges höher", beobachtet best4fleet-Chef Heise. Allenfalls eine anhaltende Dieselschwemme könnte zu einem Preisverfall beim Wiederverkauf führen.

13.6.2003 10:47