Verhütung: Pille ist bei Österreicherinnen top!
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Auf Nummer sicher! 87 Prozent aller Österreicherinnen verhüten, die 38 Prozent mit der Pille. Doch die Zahl der Verhütungsmittel wird immer größer. NEWS-Woman nennt die besten und sichersten...
Jede dritte Schwangerschaft ist ungewollt - das ist die Kernaussage einer brandaktuellen Studie, die französische Wissenschaftler vor wenigen Wochen präsentiert haben. Aber entgegen der allgemeinen Annahme ist nur jede dritte dieser ungeplanten Schwangerschaften auf den gänzlichen Verzicht von Verhütungsmitteln zurückzuführen. Der Großteil, nämlich zwei Drittel der ungewollten Schwangerschaften, passiert hingegen durch eine falsche Anwendung von Verhütungsmitteln. Und sogar die Pille, nach wie vor eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt, hat ihren Anteil an der Bevölkerungsvermehrung. Jede fünfte der ungewollt schwangeren Frauen verhütete mittels Pille - hatte aber ein- oder mehrmals vergessen, das Präparat einzunehmen ...
Dass die Grande Nation diesbezüglich schlechter dasteht als die übrigen Länder Mittel- und Westeuropas, darf indes nicht erwartet werden. Fertilitätsexperten und Forscher schätzen, dass sich die französischen Werte ziemlich problemlos auch auf die meisten anderen EU-Länder umlegen lassen.
Verhütung ist Frauensache
Ungeachtet dieser mehr oder weniger fatalen Fehlgriffe ist Verhütung also auch weiterhin überall auf der Welt beinahe ausschließlich Frauensache. Österreich macht da keine Ausnahme, wie ein Blick in die aktuellste, erst wenige Wochen alte Statistik des Meinungsforschungsinstituts Fessel zeigt:
* 38 Prozent der Österreicherinnen im gebärfähigen Alter (15 bis 45 Jahre) verwenden die Pille.
* 21 Prozent verhüten mit Kondomen, gestehen also ihrem Partner einen Teil der Verantwortung zu - immerhin obliegt es dem Mann, darauf zu achten, ob das Kondom auch sicher sitzt und bei dem dünnen Latexhäutchen im Eifer des Gefechts keine Materialermüdungen auftreten.
* Sieben Prozent praktizieren die "natürliche" Verhütungsmethode des "Aufpassens" - eine zwar spannende, aber nicht immer erfolgreiche Sache, wie das Beispiel aus Frankreich zeigt.
* Sechs Prozent haben sich eine herkömmliche Kupferspirale einsetzen lassen. Weitere sechs Prozent haben ihre Familienplanung bereits abgeschlossen und sich per Sterilisation von ihrer Gebärfähigkeit verabschiedet.
* Fünf Prozent verwenden eine Hormonspirale.
* Vier Prozent setzen auf Methoden wie die Beobachtung der Basaltemperatur und die daraus ableitbare Einteilung in fruchtbare oder unfruchtbare Tage. Oder auf die Messung der Hormonquantität im Morgenharn. Auf Hormonimplantate, Drei-Monats-Spritzen, chemische Methoden oder auf Diaphragmen.
* Und die übrigen 13 Prozent verzichten überhaupt auf jede Art von Verhütungsmittel.
Die Verhütungs-Newcomer
Auffallend ist, dass die Forschung hauptsächlich bei den hormonellen Verhütungsmethoden vorangetrieben wird. So haben sich erst in den letzten Jahren die Hormonspirale, Hormonimplantate, die Drei-Monats-Spritze, welche ein Hormondepot im Arm platziert, sowie der Hormone abgebende NuvaRing auf dem Markt etabliert. Und auch die nächste Zukunft der Verhütung basiert auf hormonellen Eingriffen in den Zyklus. "Ab diesem Sommer werden auch bei uns die neuen Hormonpflaster erhältlich sein", erklärt die Gynäkologin Claudia Linemayr-Wagner von der Gesellschaft für Familienplanung. "Diese sind in den USA bereits ein Bestseller und werden auch bei uns gut ankommen, weil sie einfach und sicher in der Handhabung sind."
Ebenfalls gut kommt der bereits erwähnte NuvaRing an, ein kleiner, hormonhältiger Plastikring, der von der Frau wie ein Diaphragma eingeführt wird und drei Wochen in der Scheide bleibt. Linemayr-Wagner: "Alle neuen Methoden geben nur mehr extrem geringe Hormondosen an den Körper ab und sind deshalb sowohl extrem sicher als auch extrem gut verträglich. Deshalb konzentriert sich die Forschung darauf."
Wie sicher ist sicher?
Wie das Beispiel aus Frankreich gezeigt hat, können aber auch die sichersten Verhütungsmittel versagen - vor allem dann, wenn sie unsachgemäß verwendet werden. Grundsätzlich misst man die Sicherheit, mit der ein Kontrazeptivum eine Befruchtung verhindert, mittels des so genannten Pearl-Index (Sie finden diesen für alle Verhütungsmittel in der Tabelle links). "Wenn 100 Frauen ein Jahr lang mit einem bestimmten Mittel verhüten und eine von ihnen wird trotzdem schwanger, dann hat dieses Verhütungsmittel einen Pearl-Index von eins", erklärt Gynäkologin Linemayr-Wagner.
Die diesbezüglich besten Werte haben in erster Linie Hormonpräparate - auch wenn diese vor allem bei Frauen jenseits der 30 immer öfter auf Skepsis stoßen. "Die Pille ist vor allem für junge Frauen eine gute Sache, aber ich denke, dann sollte man sich nach Alternativen umsehen", meint etwa die ORF-Korrespondentin Patricia Pawlicki. "Ich persönlich habe vor einigen Jahren die Pille abgesetzt, um zu sehen, wie es meinem Körper ohne künstliche Hormone geht." Erstaunliches Ergebnis: "Der Sex macht ohne Pille wesentlich mehr Spaß!"
Für Männer nichts Neues
Für Männer, die diesen Effekt mit ihrer Partnerin ausprobieren wollen, gibt es allerdings auch weiterhin nur die vielfach ungeliebten Kondome als Beitrag zu Verhütungsdiskussion. Die "Pille für den Mann" lässt weiter auf sich warten. "Es liegt vor allem daran, dass die Forschung die massiven Nebenwirkungen solcher Präparate nicht in den Griff bekommt", schildert Linemayr-Wagner. Sollte man dazu allerdings jemals fähig sein, erwartet die Ärztin trotzdem keine neue sexuelle Revolution: "Nur die wenigsten Frauen sind tatsächlich bereit, die Verantwortung für die Verhütung aus der Hand zu geben." Immerhin hätten sie ja auch weiterhin die Folgen zu tragen, wenn ihr Partner auf "seine" Pille vergisst. Und so weit geht Vertrauen nur selten.
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