Mittwoch, 11. Juni 2003

Otto stoppt Lebensmittelverkauf über das Internet

  • Negatives Marktumfelds verhindert sinnvolles Absatzvolumen

Die Hamburger "Otto"-Konzern stellt den Verkauf von Lebensmitteln über das Internet zum Ende des Monats ein. Auf absehbare Zeit sei angesichts des negativen gesamtwirtschaftlichen Marktumfeldes mit einem ruinösen Preiswettbewerb im Lebensmittelhandel kein betriebswirtschaftlich sinnvolles Absatzvolumen zu erreichen, teilte Otto am Mittwoch in Hamburg mit.

Diese Einschätzung werde von möglichen Kooperationspartnern des Lebensmittel-Einzelhandels geteilt. Für rund 30 Beschäftigte sollen sozialverträgliche Lösungen innerhalb des Konzerns angestrebt werden.

Otto hatte den Lebensmittelservice unter www.otto-supermarkt.de im Mai 2000 gestartet und zunächst im Großraum Hamburg ein Lebensmittelvollsortiment angeboten. Seit September 2000 bietet Otto bundesweit ein Sortiment von 2500 Produkten an, im Großraum Hamburg zusätzlich Frischeprodukte. Der Markttest sei isoliert betrachtet erfolgreich gewesen und habe zu einer hohen Kundenzufriedenheit geführt, heißt es in der Mitteilung.

Es wird dünn
Mit Otto scheidet der letzte größere Anbieter von Lebensmitteln über das Internet aus dem Markt aus. Auch zahlreiche andere Versuche von großen Handelsketten sind gescheitert. Otto hatte für das Geschäft mit die besten Voraussetzungen, weil der weltgrößte Versandhändler bereits über eine ausgefeilte eigene Logistik verfügt. Das Unternehmen ist insgesamt im Internet sehr erfolgreich und weltweit der zweitgrößte Internet-Händler hinter Amazon.

Damit dürfte auch die immer wiederkehrende Idee eines Internet-Kühlschranks, der automatisch Nachschub bestellt, am Ende stehen - denn ohne Zulieferer versickern die Bestellungen wirkungslos im Äther.
(apa, red)

11.6.2003 11:20