Sonntag, 15. Juni 2003

Gläubiger der KirchMedia beschließen Liquidation

  • Mitarbeiter werden am Montag über Beschluss informiert

Mehr als ein Jahr nach dem Zusammenbruch des Kirch-Imperiums soll die insolvente KirchMedia iquidiert werden. Das habe der Gläubigerausschuss entschieden, berichten "Handelsblatt" und "Financial Times Deutschland". Die Mehrheitsbeteiligung am TV-Konzern ProSiebenSAT.1, wohl wertvollster Besitz der KirchMedia, solle in eine Zwischenholding überführt werden.

Weitere Anfragen von Investoren hätten "derzeit keinen Sinn", sagte KirchMedia-Insolvenzverwalter Michael Jaffe. "Der Gläubigerausschuss hat uns am Donnerstag ausdrücklich beauftragt, den Verkaufsprozess vorerst nicht fortzuführen. Wir ziehen das jetzt wie geplant allein durch." Der Neueinkauf von Rechten werde künftig komplett bei der Senderfamilie liegen.

Die Kirch Media ist tot
"De facto ist die Kirch Media tot, denn sie kann jetzt keine Neugeschäfte mehr machen", sagte Betriebsratsvorsitzender Guido Buchholz der FTD. Derzeit werde über Abfindungen verhandelt. Für die knapp 200 Mitarbeiter, die noch direkt bei der KirchMedia angestellt sind, bedeutet der Beschluss der Liquidation vermutlich die baldige Entlassung. Sie sollen am Montag über den Beschluss informiert werden.

Branchenbeobachter hatten bereits damit gerechnet, dass die Banken nicht mehr bereit sind, frisches Geld in den Filmstock zu schießen. Dagegen soll die Finanzausstattung der ProSiebenSAT.1 Media mit einer Kapitalerhöhung verbessert werden. Dies wird auch Thema bei der Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 sein. (apa/red)

15.6.2003 10:56