ProSiebenSat.1 soll künftig Filmrechte selbst einkaufen
- Bibliothek der insolventen Muttergesellschaft nicht zuständig
- KirchMedia soll Mehrheitsgesellschafter bleiben
Nach Vorstellungen des KirchMedia-Managements soll die Senderfamilie ProSiebenSat.1 künftig den Einkauf von Filmrechten selbst in die Hand nehmen. Dabei soll sie nicht mehr auf die Bibliothek der insolventen Muttergesellschaft zurückgreifen. Ohne den Kauf neuer Inhalte würde die Filmbibliothek von KirchMedia damit schnell an Wert verlieren und das Geschäft praktisch abgewickelt.
Der Neueinkauf von Rechten werde künftig komplett bei der Senderfamilie liegen, so KirchMedia-Insolvenzverwalter Michael Jaffe. Zentraler Bestandteil des "Plan B" sei ein umfangreicher neuer Rahmenvertrag, mit dem sich ProSieben in der Kirch-Filmrechtebibliothek künftig zu günstigen Konditionen mit Spielfilmen eindecken könne. "Wir planen eine Vereinbarung mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Erlösbeteiligungsmodell", sagte Jaffe. Der Gläubigerausschuss der KirchMedia habe dem Vorhaben bereits zugestimmt.
KirchMedia bleibt Mehrheitsgesellschafter
Nach dem Scheitern der Übernahme der Kerngeschäfte der KirchMedia wollen die Gläubigerbanken und KirchMedia einen alternativen "Plan B" umsetzen. Der Alternativplan sieht vor, dass KirchMedia zunächst Mehrheitsgesellschafter der Senderfamilie bleibt. Eine notwendige Kapitalerhöhung von bis zu 300 Millionen Euro soll nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen etwa je zur Hälfte von den Banken und KirchMedia finanziert werden. Um das neue Kapital bei Investoren attraktiv zu machen, sollen auch die Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt werden. (apa/red)
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