Samstag, 14. Juni 2003

Anzeichen für Erholung in Luftfahrtbranche sichtbar

  • Airbus und Boeing gehen optimistisch in die Zukunft
  • Luftfahrtsalon von Irak-Zwist zwischen F und USA überschattet

Airbus sieht erste Anzeichen für eine Erholung der Luftfahrtindustrie und hat seine Erwartungen für den Auftragseingang in diesem Jahr deutlich angehoben. Boeing erwartet langfristig ein Passagierwachstum von 5,3 Prozent pro Jahr. Airbus hält an seinem Ziel fest, in diesem Jahr 300 Flugzeuge auszuliefern und damit erstmals die Stückzahl seines Rivalen Boeing zu übertreffen, der 280 Auslieferungen plant.

Airbus-Chef Noel Forgeard sagte auf der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris zu Journalisten: "Alles lässt uns glauben, dass wir dieses Jahr 300 Flugzeuge ausliefern können. Wir glauben, wir schaffen das." Der Markt habe sich besser als erwartet entwickelt und Airbus habe seinen Marktanteil ausweiten können. "Wir werden in diesem Jahr rund 250 Bestellungen haben", sagte Forgeard weiter. Im Jänner hatte Airbus die Zahl der Neubestellungen 2003 mit 175 prognostiziert. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erhielt Airbus aber bereits Aufträge für 156 Flugzeuge, dem standen lediglich 36 Bestellungen bei Boeing gegenüber.

Während der Luftfahrtschau, die bis zum 22. Juni dauert, erwartet Forgeard die Bekanntgabe einiger Großaufträge, darunter für das Großraumflugzeug A380 und den Airbus A340.

Erholung wird sich erst später auswirken
Auch der Chef des Zivilflugzeuge-Bereichs von Boeing, Alan Mullaly, sieht Anzeichen für eine baldige Erholung der Luftfahrtindustrie. Diese Erholung werde sich allerdings auf die Flugzeugauslieferungen der Branche erst im Jahre 2005 messbar auswirken, hatte er am Samstag in Le Bourget gesagt.

Spannungen zwischen Frankreich und USA
Die Stimmung auf dem am Wochenende begonnenen Internationalen Luftfahrtsalon in Paris ist vom Zwist zwischen den USA und Frankreich wegen des Irak-Krieges getrübt. Hochrangige Vertreter der US-Rüstungsindustrie nehmen am diesjährigen Luftfahrtsalon nicht teil, nachdem das US-Verteidigungsministerium entschieden hatte, seine Präsenz in Paris Le Bourget zu verringern. Branchenkenner in Washington führen die Zurückhaltung auf die transatlantischen Spannungen wegen des Irak-Konflikts zurück, bei dem sich Frankreich offen gegen die USA gestellt hatte. (apa/red)

14.6.2003 16:11