EZB ist für deflationäre Entwicklung gerüstet
- Issing: "Wir nehmen Risiken ernst"
Für den Fall einer deflationären Entwicklung ist die Europäische Zentralbank mit den gleichen Instrumenten ausgestattet wie die Notenbanken anderer Länder, so Chefvolkswirt Otmar Issing. "Wir dürfen nicht direkt den Regierungen Kredit geben, aber wir können - falls dies geldpolitisch geboten erscheint - am Sekundärmarkt quasi unbegrenzt aktiv werden, das Volumen ginge in die Billionen", sagte Issing.
Äußerungen, die EZB sei von ihrem Mandat oder ihrem Statut her gehindert, etwa Wertpapiere anzukaufen, bezeichnete Issing laut dem Bericht als blanken Unsinn. Issing fügte hinzu, er sehe nicht die geringsten Anzeichen der Gefahr einer Deflationsspirale im Euro-Raum.
"Wir nehmen Risiken ernst, wenn wir sie ausmachen. Aber Notenbanken handeln nicht auf Verdacht hin", sagte der EZB-Chefvolkswirt weiter. Im Gegensatz zur US-Notenbank Fed veröffentliche die EZB "keine Studien, was wir tun würden, wenn." "Wir wissen, was wir zu tun hätten", fügte Issing hinzu. (apa/red)
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