Freitag, 13. Juni 2003

Dt. Grundig AG muss weiter auf Retter warten

  • Mehrmonatiges Notprogramm mit Personal-Einschnitten
  • PersonalGrundig sperrt Fertigung in Wien zu (Kasten)

Die insolvente Grundig AG richtet sich bei der Suche nach einem rettenden Investor auf eine längere Durststrecke ein. Der neue Vorstandssprecher Werner Saalfrank sagte, dass vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Juli wohl kein Investor zu einer Unterschrift zu bewegen sein werde. Er kündigte ein mehrmonatiges Notprogramm mit Personal-Einschnitten bei den noch 1.300 Beschäftigten an.

Dies bezog der 48-Jährige ausdrücklich nur auf die insolvente Grundig AG mit der Verwaltung, dem Vertrieb, der Marketing- und der Entwicklungsabteilung. "Unsere 35 rechtlich selbstständigen Töchter sind zahlungsfähig", betonte er.

Nachdem mit der taiwanesischen Sampo-Gruppe und dem türkischen Beko-Konzern im März und April die letzten Interessenten auf Grund der hohen Verpflichtungen Grundigs ausgestiegen waren, würden nun "rund um die Uhr" Gespräche mit potenziellen Investoren geführt.

Dabei gehe es um wichtige Vermögensteile wie den Markennamen, das Kundennetz mit 30.000 Vertragshändlern und die Technologie. "Es kann in dem anstehenden Insolvenzverfahren nur noch darum gehen, Partner für den Verkauf von Grundig-Teilen zu suchen", sagte Saalfrank.

Die Grundig AG müsse als "Nervenzentrale" erhalten bleiben, um den Töchtern wichtige Dienstleistungen erbringen zu können. Er hoffe, den Erhalt der Holding durch den Verkauf von Töchtern garantieren zu können. Derzeit sei für einige Monate die Belieferung der Händler mit Geräten gesichert. "Dann muss aber spätestens ein Investor kommen", sagte Saalfrank. Mit Blick auf die 1.400 in Nürnberg Beschäftigten sagte er: "Wir werden Einschnitte haben." Zurzeit würden darüber mit allen Parteien Gespräche geführt. (APA)

13.6.2003 16:15