Freitag, 13. Juni 2003

Deutsche Bahn: Abbau von 40.000 Jobs dementiert

Zeitungsberichte nach denen die Deutsche Bahn plane 40.000 Stellen abzubauen, haben für erhebliche Unruhe gesorgt. Am Freitag wies das bundeseigene Unternehmen diese Berichte zurück und erklärte, dafür gebe es keine konkreten Pläne. Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Bahn-Chef Hartmut Mehdorn berichtet, die Zahl der derzeit 210.000 Beschäftigten könne um mehr als 40.000 Stellen reduziert werden.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA warnten vor einem möglichen drastischen Stellenabbau und forderten Mehdorn zu Gesprächen auf. Die Bahn hatte allein in den vergangenen zehn Jahren bereits 170.000 Arbeitsplätze gestrichen, bisher ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Mehdorn betonte mehrfach, Personalabbau sei für die Bahn kein Unternehmensziel. In den vergangenen zehn Jahren hat die Bahn ihre Belegschaft dem Bericht zufolge bereits von 380.000 um 44 Prozent reduziert. Ein Sprecher der Eisenbahnergewerkschaft Transnet nannte die von Mehdorn genannte Größenordnung "völlig überzogen und realitätsfremd".

Mehdorn hat im übrigen einen am Mittwoch bekannt gewordenen Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" als "Unsinn" bezeichnet, wonach die Deutsche Bahn AG das laufende Geschäftsjahr möglicherweise mit einem operativen Verlust von 2,5 Mrd. Euro abschließen wird. Bisher hatte die Bahn zu diesem Bericht keine Stellung genommen. Die Planungen zur Ertragsentwicklung würden eingehalten, habe Mehdorn betont. Danach ist für 2004 die Rückkehr in die Gewinnzone vorgesehen. (APA)

13.6.2003 09:01