EZB revidiert Wachstumserwartungen nach unten
- 2004 deutlicher Rückgang der Inflation
Die Europäische Zentralbank hat ihre Erwartungen für das Wachstum in der Eurozone in diesem und im kommenden Jahr deutlich nach unten korrigiert. Wie aus dem EZB- Monatsbericht für Juni weiter hervorgeht, rechnen die Währungshüter für 2004 mit einem deutlichen Rückgang der Inflation unter ihre Grenze für Preisstabilität von knapp zwei Prozent.
Auch EZB-Präsident Wim Duisenberg hat die Hoffnungen auf einen raschen Aufschwung in der Eurozone erneut gedämpft. Im ersten Halbjahr 2003 sei das Wirtschaftswachstum "sehr schwach" gewesen. Die EZB habe die Erwartungen für 2003 und 2004 daher nach unten senken müssen, sagte Duisenberg am Donnerstag. Die Chefvolkswirte der europäischen Banken hatten zuletzt im Schnitt 0,8 Prozent Wachstum für das heurige Jahr und 1,9 Prozent für 2004 vorhergesagt.
Die EZB bekräftigte indes die Begründung für den Zinsschritt in der vergangenen Woche. Die Notenbank verwies auf ihre Erwartung, wonach im Eurogebiet auf mittlere Sicht mit einem Rückgang der Preissteigerungsraten auf unter zwei Prozent zu rechnen sei. "Die Aussichten für Preisstabilität haben sich verbessert", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.
Die EZB stellte gleichzeitig klar, dass derzeit keine Prognosen auf deflationäre Risiken hindeuteten. Zugleich hieß es, dass aber weiterhin Abwärtsrsiken für die Weltwirtschaft bestünden. Ursache für diese seien gesamtwirtschaftliche Ungleichgewichte, die sich außerhalb des Euroraums angehäuft hätten. (apa)
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