Fiat will 800 Millionen Euro Kosten einsparen
- Fiat-Verluste im 1. Quartal auf 699 Mio. € gestiegen (Kasten)
Kosteneinsparungen von zirka 800 Millionen Euro, eine Umstrukturierung des Vertriebsnetzes und die Streichung von Arbeitsplätzen im administrativen Bereich sind laut italienischen Medienberichten die Eckpfeiler des Entwicklungsplans, den die krisengeschüttelte Autogruppe Fiat Ende Juni vorstellen wird. "Der Plan ist der Wegweiser nach der Bewältigung der akutesten Phase der Fiat-Krise", hieß es in Fiat-Krisen nach Angaben italienischer Medien am Dienstag.
Fiat will vor allem das Verkaufsnetz neu aufbauen und das administrative System umkrempeln. Dabei soll es auch zu einem Jobabbau kommen. Der neue Stellenabbau ziele nicht mehr auf die Arbeiter, sondern auf die Angestellten ab, hieß es. In den vergangenen Monaten hatte Fiat 5.600 Arbeitsplätze in seinen italienischen Produktionswerken gestrichen.
Neuigkeiten sollen auch die Aktionärsstruktur der Turiner Gruppe betreffen. Nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Dienstagsausgabe) soll die Familie Agnelli, Hauptaktionärin des Autokonzerns, ihr Aktienpaket an der Gruppe von 30 auf 40 Prozent aufstocken. Auch der US-Partner General Motors (GM), der seit dem Jahr 2000 einen 20-prozentigen Anteil an dem Turiner Konzern hält, könnte sein Aktienpaket auf 40 Prozent aufstocken und dafür die "Befreiung" von der Put Option erhalten. Diese kann den Detroiter Riesen 2004 zwingen, 2004 die Fiat-Autosparte aufzukaufen. Dementsprechende Verhandlungen seien mit den Gläubigerbanken von Fiat im Gange, hieß es.
"Der Entwicklungsplan soll dem Konzern neue Effizienz verleihen und Fiat wieder in die Gewinnzone bringen, wie es sich die Aktionäre erwarten", sagte Fiat-Präsident Umberto Agnelli kürzlich. Große Hoffnung setzt der Fiat-Chef auf den neuen Punto, der vor drei Wochen auf den Markt gebracht wurde. Weniger als 10.000 Euro kostet die neue Variante des Modells, das in den vergangenen Jahren weltweit fünf Millionen Mal verkauft wurde. (APA)
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