Montag, 9. Juni 2003

Weiter Streit um krisengeschüttelte Alitalia

  • Verkehrsminister: "Ohne Jobkürzungen droht Konkurs"
  • 28.000 Passagiere von Alitalia-Streik betroffen

Die Wogen um die Zukunft der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia gehen in Rom weiter hoch. Der italienische Verkehrsminister, Lunardi, rief die Gewerkschaften auf, so rasch wie möglich einen Kompromiss mit dem Alitalia-Vorstand Francesco Mengozzi für den Umstrukturierungsplan der Airline zu finden, der die Streichung von zirka 400 Arbeitsplätzen vorsieht.

"Ohne Kürzungen wird die Gesellschaft in drei bzw. vier Monaten Pleite sein, was Tausende Familien belasten wird", sagte der Minister italienischen Medienangaben zufolge. Auch Vize-Verkehrsminister Tassone warnte die Gewerkschaften vor einem Abbruch der Verhandlungen um die Krise der Fluggesellschaft, die am Dienstag fortgesetzt werden müssen. "Die Zukunft der Gesellschaft steht auf dem Spiel. Wir müssen arbeiten, um eine Verschleuderung der Airline zu vermeiden", warnte Tassone.

Der italienische Staat hält noch die Mehrheit an der Fluggesellschaft, die Ende 2002 22.536 Personen beschäftigte. Keine konkreten Versuche zur Privatisierung wurden bisher unternommen. Die Gewerkschaften warnten vergangene Woche vor einer Krise bei Alitalia. "Die Regierung muss sich aktiv einsetzen, damit die schwierige Lage bei Alitalia nicht zum zweiten Fiat-Fall wird", betonte Gewerkschaftssprecher Abbadessa.

Im 1. Quartal 198 Mio. Euro Verlust
Alitalia meldete im ersten Quartal Verluste vor Steuern im Wert von 198 Mio. Euro, mit einem Rückgang von 95 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum 2002. Die Nettoverschuldung stieg im ersten Quartal von 980 Mio. auf 1,056 Mrd. Euro im Vergleich zum 31. Dezember 2002. (APA)

9.6.2003 13:36