Sonntag, 15. Juni 2003

Nordirland: 300-Kilogramm-Autobombe entdeckt

  • Polizei verdächtigt die IRA-Splittergruppe "Wahre IRA"

Beinahe 300 Kilogramm: Über diese gewaltige Sprengkraft verfügte eine Autobombe, die die Polizei glücklicherweise rechtzeitig in der nordirischen Stadt Londonderry entdeckte. Die Bombe, die in einem Lieferwagen versteckt war, wurde von den Beamten kontrolliert zur Explosion gebracht. Die Polizei vermutet, dass eine Splittergruppe der IRA, die sogenannte "Wahre IRA", für den geplanten Anschlag verantwortlich ist.

Zuvor hatten Ermittler in der benachbarten Republik Irland eine ähnlich große Sprengstoffmenge gefunden. Sechs Verdächtige waren am Freitag in Irland festgenommen worden, ihre Vernehmung dauerte am Sonntag an. Ein weiterer Verdächtiger wurde in Nordirland gefasst.

Die Splittergruppe "Wahre IRA" hatte 1998 einen Autobombenanschlag begangen, bei dem in Omagh im Westen der Provinz 29 Menschen getötet worden. Die "Wahre IRA" lehnt den Friedensprozess für Nordirland ab. Sie hatte sich von der IRA abgespalten, die seit 1997 offiziell einen Waffenstillstand hält und den Friedensprozess unterstützt. (apa/ red)

15.6.2003 17:05