Samstag, 14. Juni 2003

Gesamtkoreanische Zugverbindung wieder hergestellt

  • Direkte Familien-Kontakte für einige Tage wieder erlaubt

Süd- und Nordkorea haben am Samstag symbolisch ihre seit Jahrzehnten unterbrochenen Eisenbahnverbindungen wieder hergestellt. Bei Zeremonien im West- und Ostteil der demilitarisierten Zone zwischen beiden Ländern montierten Techniker unter dem Applaus von etwa 100 Delegierten die Gleise für die grenzüberschreitenden Strecken.

Beide Staaten wollen noch innerhalb dieses Jahres den Bahnbetrieb über die Grenze wieder aufnehmen, der durch den Korea-Krieg (1950-53) zum Erliegen gekommen war. Die Feierlichkeiten für die Wiederherstellung der Strecken waren bereits für den März geplant, wurden jedoch wegen des Irak-Konfliktes und des Atomstreits mit dem kommunistischen Nordkorea verschoben.

Die Schienenstrecken sind neben dem gemeinsamen Tourismusprojekt im Geumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste die sichtbarsten Symbole der Annäherung beider Koreas. Die Gyeongeui-Eisenbahnlinie im Westen soll einmal Seoul über die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang mit Shinuiju im Nordwesten Nordkoreas verbinden. Während auf südkoreanischer Seite der größte Teil des Streckenabschnitts fertig gestellt ist, sind die Bauarbeiten in Nordkorea kaum vorangeschritten.

Direkte Familien-Kontakte für einige Tage wieder erlaubt
Unterdessen einigten sich beide Koreas am Samstag darauf, Ende Juni für einige Tage wieder direkte Kontakte zwischen getrennt lebenden Familien zuzulassen.

Im Streit um das nordkoreanischen Atomwaffenprogramms dringen die USA auf eine Ausweitung künftiger Gespräche mit dem kommunistischen Staat auf weitere Länder. Vor allem die Teilnahme Südkoreas und Japans sei "unbedingt notwendig", hieß es. (apa)

14.6.2003 14:41