Sieben Tote durch Hitzewelle in Italien
- Wärmster Juni in Rom seit 1782
Die Hitzewelle fordert erneut Opfer in Italien. Sieben Personen sind am Wochenende auf Grund der hohen Temperaturen meist im eigenen Heim an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben. Die Rettungsdienste wurden mit Notrufen überflutet. In Mailand und anderen Städten der Poebene wurden 36 Grad plus hohe Luftfeuchtigkeit gemeldet - da litten die selbst an hohe Temperaturen gewöhnte Italiener.
In Rom, mit 37-Grad-Hitze fast schon auf "August-Niveau", war der Berufsverkehr am Montagmorgen spürbar geringer als sonst. Laut den Wetterexperten gab es in der Ewigen Stadt seit 1782 keinen so warmen Juni mehr. "Wer irgendwie kann, fährt raus ans Meer", kommentierte eine Römerin. Für manche Schüler haben die dreimonatigen Sommerferien begonnen, viele Familien sind den Städten entflohen. Und ein Ende der großen Hitzewelle ist erst Mitte der Woche in Sicht.
Die Bauern beobachten alarmiert die Lage. Das Gespenst einer Rekorddürre zeichnet sich ab. Mit Sorge wird die Lage des längsten Flusses Italiens, dem Po, beobachtet, der 6,6 Meter unter seinen normalen Pegel gesunken ist. In den norditalienischen Regionen, die der 652 Kilometer lange Fluss überquert, herrscht bereits seit Wochen schwerer Wassermangel. Fehlender Regen und nicht zuletzt defekte Wasserleitungen bescheren Norditalien erhebliche Versorgungsengpässe.
Das Problem der Dürre und Wasserknappheit, das Italien bereits im vergangenen Jahr schwer belastet hatten, droht in diesem Sommer zu einer Plage zu werden. Die Trinkwasser-Versorgung wird durch Mängel im Leitungssystem verschärft. Die Umweltschützer drängen die Regierung in Rom zu Maßnahmen zur Rationalisierung des veralteten Wasserversorgungsnetzes. Sie fordern, dass die Strafen für Wasserverschwender und -verschmutzer verschärft werden. (apa/red)
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