Donnerstag, 12. Juni 2003

US-Truppen töten 70 Irakis in "Terroristenlager"

  • Powell verteidigt Geheimdienstmaterial über Irak

Die USA haben bei einem Angriff auf ein "Ausbildungslager für Terroristen" im Irak nach eigenen Angaben mindestens 70 Menschen getötet. Ein Sprecher der US-Armee berichtete am Freitag, der Einsatz in dem nordwestlich Bagdads gelegenen Lager sei noch nicht beendet. Der Einsatz richte sich gegen Anhänger der Baath-Partei Saddam Husseins, paramilitärische Gruppen und "andere subversive Elemente". Außenminister Powell weist indes Kritik an US-Geheimdienst-Informationen scharf zurück.

Die US-Armee hatte am Donnerstag in der Früh die Operation mit einem Luftangriff auf das Gelände begonnen. US-Militärs machen Anhänger Saddam Husseins für eine Reihe von Angriffen auf die Besatzungstruppen verantwortlich. Rund 40 US-Soldaten sind dabei getötet worden. Der laufende US-Einsatz ist mit rund 4.000 Soldaten die größte Operation seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen.

Powell verteidigt Geheimdienstmaterial über Irak
US-Außenminister Colin Powell hat erneut Kritik an amerikanischen Geheimdienstinformationen zurückgewiesen, die mit ausschlaggebend für den Krieg gegen den Irak gewesen waren. Mit der Zeit würden Beweise für die Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen gefunden und präsentiert werden, sagte er am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Associated Press in Washington.

Powell verwies darauf, dass Durchsuchungen verdächtiger Anlagen und Verhöre irakischer Wissenschaftler im Irak noch liefen. Bisher sind nur zwei Lastwagenanhänger präsentiert worden, die nach US- Angaben als mobile biologische Waffenlaboratorien benutzt wurden. Bewiesen worden ist das noch nicht. Powell zeigte sich in dem AP- Interview davon überzeugt, dass die Verwendung als Waffenlaboratorien "schlüssig demonstriert" werden könne.

Der Außenminister verwies darauf, dass auch andere Geheimdienste als die amerikanischen von der Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen überzeugt gewesen seien. "Wir hatten eine solide Einschätzung in der Geheimdienst-Fachwelt darüber", sagte er. "Das ist nicht das Produkt der Einbildung von irgendjemandem. Das ist nichts, was aufgebauscht wurde, in irgendeinem Keller der CIA in dunkler Nacht." Es habe echte Waffen und wirkliche Programme gegeben, die der gestürzte irakische Präsident Saddam Hussein nicht habe offen legen wollen. (apa)

12.6.2003 10:57