Mittwoch, 11. Juni 2003

Menschliches Versagen bei deutschem Zugsunglück

  • Sechs Tote; Fahrdienstleiter schickte Zug zu früh los

Das schwere Zugsunglück im deutschen Bundesland Baden-Württemberg mit sechs Todesopfern ist laut Staatsanwaltschaft durch menschliches Versagen verursacht worden. Der Fahrdienstleiter im Bahnhof Schrozberg habe zu früh die Freigabe für einen der beiden Züge gegeben. Weshalb der Mann so handelte, konnte zunächst nicht geklärt werden.

Bei dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge auf der eingleisigen Strecke waren am Mittwochmittag sechs Menschen getötet und 25 verletzt worden. Die Signalanlage im Bahnhof Schrozberg sei defekt gewesen, und der Fahrverkehr hätte nach 11.45 Uhr per Telefon geregelt werden müssen, sagte der Leiter der Polizeidirektion Schwäbisch Hall. Zum Zeitpunkt der Fahrtfreigabe habe der andere Regionalexpress noch nicht den Bahnhof erreicht. Es sei dann 800 Meter vom Bahnhof entfernt zu dem folgenschweren Zusammenstoß gekommen.

Da der 27-jährige Fahrdienstleiter bisher die Aussage verweigere, gebe es keine weiteren Angaben zu seinem Verhalten, so die Staatsanwaltschaft. Es werde gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Bei den Todesopfern handelte es sich um die beiden Lokführer und eine 39-jährige Mutter mit ihren drei Kindern im Alter von fünf, zehn und zwölf Jahren. Der Familienvater befindet sich weiterhin in Lebensgefahr. Schwer verletzt wurde auch ein Zugbegleiter. (APA/red)

11.6.2003 13:58