Dienstag, 10. Juni 2003

Neue israelische Raketen-Attacke fordert 2 Tote

  • Vormittag: Israelische Luftwaffe griff Hamas-Sprecher an
  • Bush & Powell kritisieren Attacke; Hamas fordert Gespräch-Ende

Bei einem neuen Raketen-Angriff der israelischen Armee im Gaza-Streifen sind am Dienstag drei Unbeteiligte getötet worden. 17 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es. Bei einem ersten Raketen-Angriff der israelischen Luftwaffe auf die palästinensische Stadt Gaza wurden heute drei Menschen, unter ihnen ein Baby, getötet. Die Hamas fordert Abu Mazen nun auf, alle Kontakte mit Israel abzubrechen.

Wenige Stunden nach dem Raketenangriff auf einen führenden Funktionär der radikal-islamischen Hamas-Bewegung haben israelische Soldaten im Gaza-Streifen mindestens drei Palästinenser getötet und 30 weitere zum Teil schwer verletzt. Das berichteten Augenzeugen und Ärzte am Dienstag. Aus Panzern und Hubschraubern hätten die Streitkräfte auf ein Wohngebiet geschossen.

Der Hubschrauber-Angriff sei gestartet worden, kurz nachdem militante Palästinenser Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert hätten, berichteten palästinensische Sanitäter und Augenzeugen. Von den sechs vom nördlichen Gaza-Streifen aus abgefeuerten palästinensischen Raketen landeten vier in Israel, wie die israelische Armee mitteilte.

Beim Angriff der Palästinenser handelte es sich wahrscheinlich um eine Vergeltungsaktion für den israelischen Raketenangriff vom selben Tag, bei dem der Hamas-Führer Rantisi sowie 30 weitere Menschen verletzt und drei Menschen getötet wurden. Die radikal-islamische Hamas hat unterdessen den palästinensischen Regierungschef Abbas aufgefordert, alle Kontakte zu Israel einzustellen.

Israels Außenminister Shalom rechtfertigte inzwischen in Moskau die israelischen Angriffe. Die palästinensische Autonomiebehörde müsse den Terrorismus bekämpfen. Solange sie dies nicht tue, werde es auch keinen Frieden geben, so der israelische Politiker.

Völlig anders reagierten die USA und die UNO. US-Präsident Bush erklärte, die israelische Militäroffensive trage nicht zur Sicherheit Israels bei. US-Außenminister Powell zeigte sich "sehr besorgt" über den israelischen Raketenangriff auf Rantisi in Gaza. UNO-Generalsekretär Annan verurteilte die Aktion ebenfalls. Er rief Israel auf, "Gewaltakte zu unterlassen, insbesondere in dicht besiedelten Wohngebieten".

Angriff am Vormittag
Der erste Angriff richtete sich nach Informationen von Augenzeugen gegen Hamas-Sprecher Abdelaziz Rantisi, der nach Angaben von Ärzten am Bein verletzt wurde.

Mindestens sieben, von Hubschraubern abgeschossene, Raketen schlugen im Stadtgebiet ein. Wie palästinensische Ärzte mitteilten, wurden drei Palästinenser getötet, unter ihnen ein Baby, als die israelische Armee mehrere Raketen auf ein Gebäude im Zentrum von Gaza abfeuerte. Insgesamt wurden 30 Menschen verletzt.

Der internationale Friedens-Fahrplan für den Nahen Osten verpflichtet Israel, die kollektiven Strafmaßnahmen ebenso wie die "gezielten Tötungen" einzustellen. (APA/Red.)

10.6.2003 10:40