Befreiungsaktion für 60 Entführte in Peru
- 60 "bewaffnete Kriminelle" überfielen Erdgasstation
Die peruanische Armee hat eine Befreiungsaktion für 60 verschleppte Mitarbeiter einer Erdölfirma eingeleitet. Verteidigungsminister Aurelio Loret de Mola erklärte am Montagabend, die Regierung habe "die nötigen Maßnahmen zur Befreiung der entführten Personen" ergriffen.
Die 60 Entführten, darunter acht Ausländer sowie drei Polizisten, waren seinen Angaben zufolge von etwa 60 "bewaffneten Kriminellen" verschleppt worden. Die Polizei hatte zuvor etwa 200 Mitglieder der maoistischen Guerilla-Organisation Leuchtender Pfad verantwortlich gemacht.
Die Angreifer hatten Montag Früh eine Erdgasstation der argentinischen Mineralölfirma Techint in den Anden überfallen. Das Unternehmen hat bei Toccate, rund 350 Kilometer südöstlich der peruanischen Hauptstadt Lima, ein Lager, um eine Erdgasleitung vom Urwaldgebiet des Amazonas über die Anden bis an den Pazifischen Ozean zu verlegen. Die Verwaltungschefin der Provinz Ayacucho wies Berichte zurück, wonach der Leuchtende Pfad die Angestellten entführt habe.
Die Guerilleros des Leuchtenden Pfads hatten die peruanische Regierung in den 80er und frühen 90er Jahren immer wieder in Bedrängnis gebracht. Bombenanschläge, Entführungen und Morde sowie blutige Gegenmaßnahmen der Streitkräfte waren damals an der Tagesordnung. Den Auseinandersetzungen fielen rund 30.000 Menschen zum Opfer. Heute operieren nur noch vereinzelte Zellen des Leuchtenden Pfads in den Berg- und Urwaldregionen Perus. (apa)
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