Dienstag, 10. Juni 2003

Pensionsreform-Proteste in Frankreich eskalieren

  • Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein
  • Demonstranten stürmten die Pariser Oper

In Frankreich ist es im Zuge der letzten Proteste gegen die Pensionsreform zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Die französische Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor und nahm rund 60 Personen fest.

Trotz des Tränengaseinsatzes stürmten immer wieder hunderte maskierte Demonstranten auf den Place de la Concorde im Stadtzentrum. Einige von ihnen versuchten, aus Sicherheitsabsperrungen Barrikaden zu errichten. Ein Fotograf wurde von einer von einem Demonstranten geworfenen Flasche am Kopf getroffen und verletzt.

Etwa 60 Menschen, die im Zentrum der Stadt auf der Flucht vor der Polizei die Pariser Oper gestürmt hatten, wurden festgenommen. Eine Aufführung der Mozart-Oper "Cosi fan tutte" musste abgebrochen werden, nachdem die Demonstranten in den Saal eingedrungen waren.

1 Million Menschen auf der Straße
Zu den Zwischenfällen kam es nach Abschluss einer friedlichen Demonstration, bei der laut Polizei 37.000, nach Veranstalterangaben 200.000 Menschen gegen die Pensionspläne der Regierung demonstriert hatten. Landesweit gingen nach Polizeiangaben mindestens 440.000 Menschen auf die Straße. Nach Angaben der Veranstalter nahmen sogar mehr als eine Million Menschen an den zahlreichen Kundgebungen teil.

Streiks gab es in mehreren Bereichen des öffentlichen Lebens. Die Ausstände trafen die Staatsbahn SNCF, die kommunalen Verkehrsbetriebe, aber auch zahlreiche andere Branchen vom Bildungswesen bis zur Müllabfuhr. Die Gewerkschaften bezeichneten den Streiktag als Erfolg und riefen für Donnerstag zum nächsten "Streik- und Protesttag" auf. (apa)

10.6.2003 07:52