Haider bei "Blauem Frühschoppen" in Hochform
- Kärntens LH an Koalitionspartner: "Sind keine Kolonie der VP"
- FORMAT: Haupt unter Haider- und Finanz-Druck! (siehe Kasten)
·Schwarz-Blau
Vizekanzler Haider für VP inakzeptabel!
·FPÖ vs. ÖVP
Khol: 'Referendum zu Pensionen unfair'
·FPÖ in Not
Haupt unter Haider- und Finanz-Druck!
·Schüssel-Lob
Haupt ist das "Ass" der Freiheitlichen!
·FPÖ-Spitze
Haiders Rückkehr im Sommer möglich
·Dickes Lob
Kanzler über Haupt: 'Ein guter Partner'
·Haider kontert
"Volksabstimmung nicht vom Tisch"
Während Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (VP) die schwarz-blaue Koalition in Frage stellte, sollte Jörg Haider den Posten des Vizekanzlers anstreben, ließ sich dieser in Oberösterreich über den Koalitionspartner aus: "Wir sind keine Kolonie der ÖVP", so Kärntens LH. FP-Chef Herbert Haupt streute seinem "einfachen Parteimitglied" sogleich Rosen.
Im Zeichen der Einigkeit und Geschlossenheit stand am Sonntag ein "Frühschoppen" der FPÖ in einem Bierzelt auf dem Welser Messegelände. Vor 1.200 Teilnehmern streuten der Kärntner Landeshauptmann Haider und Vizekanzler Haupt einander verbal Blumen.
Haupt ging gleich zu Beginn seiner Rede auf die Frage ein, ob es zwischen ihm und Haider Streit gebe: "Wir streiten nicht, wir arbeiten seit 32 Jahren zusammen, und das wird so bleiben." Die FPÖ verwahre sich gegen Zurufe von außen in der Frage der Parteiführung, sagte Haupt und stellte fest: "Den Obmann der FPÖ werden die 55.000 Mitglieder bestellen und sonst niemand in diesem Land."
Haider richtete einen Warnung an die Adresse des Koalitionspartners ÖVP: "Wir sind keine Kolonie der ÖVP, und wer uns als solche betrachtet, wird sehen, wie schnell hier eine Unabhängigkeitsbewegung gegen diese Kolonialmacht entsteht."
Die FPÖ sei wieder auf dem richtigen Weg. Die Pensionsreform habe gezeigt, "dass unter der Asche die Glut gut geschützt war, die jetzt wieder eine Flamme hervorgebracht hat", sagte Haider. In der Frage der Pensionsreform habe man einen Weg gefunden, dass das Regierungsbündnis intakt bleibt, aber gleichzeitig freiheitliche Vorstellungen eingebracht wurden. Bei der Harmonisierung rechnet Haider mit einer "harten Auseinandersetzung".
Die ÖVP und Bundeskanzler Schüssel würden derzeit wieder mit dem Spiel beginnen, "zwischen guten und bösen Freiheitlichen zu unterscheiden". Wenn Schüssel sage, er habe nur einen Vertrag mit Haupt, dann müsse er zur Kenntnis nehmen: "Es gibt nur einen Vertrag mit der FPÖ, er hat uns zu nehmen, wie wir sind, alle zusammen, als Gemeinschaft." In Richtung SPÖ-Chef Gusenbauer stellte Haider fest, man könne darauf verzichten, dass dieser Bundeskanzler werde - "ich werde ihn noch auf ein paar Spargel einladen, aber regieren werden wir". (APA)
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