Freitag, 13. Juni 2003

Pensions-Härtefonds für AK "lächerlich"

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"Empört und verblüfft" reagiert man in der Arbeiterkammer, dass nach all den "vollmundigen, großspurigen Ankündigungen der FPÖ, was man für die Hackler und Schwerarbeiter alles tun werde, praktisch nichts" übrig geblieben sei. "Lächerlich" nennt Christoph Klein, Leiter des Sozialbereichs der AK Wien, die vorliegenden Ergebnisse.

Nur ein Teil der Bezieher niedriger Pensionen, darunter kaum Frauen, verfügten über ausreichend Beitragsjahre, um aus dem Härtefonds überhaupt Mittel zu bekommen. Und wenn, dann gehe es um die "Einmalsumme von sage und schreibe ca. 285 Euro". Weiters haben nur etwa vier Prozent der Bauarbeiter und ca. fünf bis acht Prozent in den Industriebranchen ausreichend Beitragsjahre um als Hackler zu gelten.

Den Härtefonds können künftig zwei Gruppen in Anspruch nehmen, erstens jene, die weniger als 1.000 Euro monatlich an Pension bekommen - gleichzeitig aber 30 Beitragsjahre bzw. 40 Versicherungsjahre haben. "Das ist ganz schön viel", gibt Klein zu bedenken. Vor allem bei den Frauen wird es schwierig, weil eine Frauengeneration betroffen ist, die so viele Jahre unter den damaligen gesellschaftlichen und rechtlichen Bedingungen kaum erreichen konnte. Bis in die 70er Jahre durften Frauen - dem Gesetz nach - nur dann einem Beruf nachgehen, wenn es der Mann (Stichwort Haushalt) erlaubte. Ansonsten wäre ein Beruf ein Scheidungsgrund gewesen.

Die zweite Gruppe sind Personen mit "langer Beitragsdauer". Klein geht davon aus, dass beide Gruppen zusammen etwa 35.000 Betroffene pro Jahr ausmachen werden und rechnet vor: Zehn Millionen Euro stehen zur Verfügung für 2004, dividiert durch 35.000 sind 285 Euro Einmalbetrag für jeden, der beantragt werden muss. Rechnet man diese Summe durch 20 Lebensjahre, ergibt das 14 Euro pro Jahr, das sind 1,02 Euro pro Monat. 2006 stehen 18 Millionen zur Verfügung, dann ergäbe das 1,84 Euro. (apa)

13.6.2003 13:39