Wachsende Kritik an GÖD-Chef Neugebauer
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Fritz Neugebauer, ÖVP-Abgeordneter, Chef der Beamtengewerkschaft (GÖD), Vorsitzender der Christlichen Fraktion (FCG) im ÖGB und dessen Vizepräsident, ist unter Druck geraten wegen seiner Zustimmung zur Pensionsreform - entgegen den Beschlüssen des ÖGB. Kritik kommt von roter Seite, aber auch aus den eigenen Reihen. Neugebauer selbst verteidigte sein Abstimmungsverhalten.
Enttäuscht ist ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch: Neugebauer "muss mit sich selbst ins Reine kommen, welcher Aufgabe er sich mehr verpflichtet fühlt, seiner politischen Aufgabe als Mandatar, oder den Beschlüssen, die er als ÖGB-Vizepräsident mitgefasst hat".
Ungehalten über Neugebauers Abstimmungsverhalten zeigt sich auch der Vorsitzende der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter, Rudolf Nürnberger, in den "Salzburger Nachrichten". Die Interpretation, dass er die Absetzung Neugebauers als ÖGB-Vize fordere, sei aber nicht richtig: "Wie die Delegierten in den Wahlzellen schlussendlich über die Kandidatinnen und Kandidaten abstimmen, werden sie für sich selbst entscheiden."
"Wir haben einen ziemlichen Erklärungsbedarf", sagt Karl Klein, Bundessekretär der Christgewerkschafter. Es gebe bei Betriebsräten in der Privatwirtschaft "großes Unverständnis", wird Klein am Freitag in der "Presse" zitiert.
Neugebauer selbst verteidigte sein Abstimmungsverhalten: Die GÖD habe sowohl an der Demonstration am Heldenplatz als auch am Streik teilgenommen. Alle, die sich an den Protesten des ÖGB beteiligt haben, hätten den Auftrag zu Verhandlungen gegeben. Er, Neugebauer, habe bis zuletzt mit der Regierung verhandelt und "deutliche Abänderungen" erreicht.
Die Überlegungen, ihm die Zustimmung bei der Wiederwahl zum ÖGB- Vizepräsident im Herbst zu verweigern, wollte Neugebauer am Freitag nicht kommentieren: "Mir ist die Überparteilichkeit des Gewerkschaftsbundes ein sehr hohes Gut." Die Entscheidung, ob er wieder kandidiert, werde Mitte September in den Gremien der Christgewerkschafter fallen. (apa)
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