14 Jahre Haft für Mord an zwei Monate altem Baby
- Kind erlitt schwerste Verletzungen durch Misshandlung
- Urteil nicht rechtskräftig
Zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren Haft wurde am Dienstag eine junge Frau französischer Staatsangehörigkeit verurteilt, die ihr knapp zwei Monate altes Baby in Völs in Tirol getötet hatte. Laut Staatsanwaltschaft trat die dreifache Mutter den Säugling "mit erheblicher Wucht" mit dem Fuß. Die Verteidigung legte Nichtigkeitsbeschwerde ein.
Sieben der Geschworenen hatten für "schuldig", einer für "nicht schuldig" gestimmt. Auf die Strafbemessung hätten sich zweierlei Umstände "mildernd" ausgewirkt, erklärte Richter Josef Geisler bei der Urteilsverkündung: Zum einen die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten, zum anderen eine "erheblich beeinträchtigte Zurechnungsfähigkeit", die ihr von einem psychiatrischen Gutachter attestiert worden war. Der mögliche Strafrahmen hätte zehn bis 20 Jahre betragen.
Dem Antrag der Staatsanwältin auf Verhängung der Untersuchungshaft wurde stattgegeben. Richter Geisler begründete die umgehende Verhaftung damit, dass Fluchtgefahr nicht auszuschließen sei.
Grausame Verletzungen
Das Baby hatte durch die Tritte Anfang Mai 2001 Rippenserienbrüche, Lungenquetschungen, eine vollständige Durchquetschung der Leber sowie eine Querkompression des Schädels mit Biegungs-Berstungsbruchsystem im Bereich beider Scheitelbeine in Verbindung mit Einblutungen der weichen Hirnhäute erlitten.
"Vergleichbare massive Quetschungen mit inneren Verletzungen gibt es bei Kleinkindern, die von einem Auto überrollt werden", sagte dazu der gerichtsmedizinische Sachverständige im Beweisverfahren. (apa)
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