Rechnungshof prüft Werbespesen Grassers
- 2,3 Millionen Euro für Cocktailempfänge
- 4,4 Millionen Euro für Beratungstätigkeit einer Consulting-Firma
Die Spesen von Finanzminister Grasser für Werbung und Beratung werden vom Rechnungshof geprüft. Am 11. Juli soll sich Grasser im "kleinen U-Ausschuss", dem Unterausschuss des Rechnungshofausschusses, verantworten müssen. Von insgesamt 16 Milionen Euro seien allein für Cocktailempfänge heimischer Unternehmen 2,3 Millionen vom Finanzministerium aufgewendet worden.
Der SPÖ-Rechnungshofsprecher Kräuter hält Grasser vor, eine "Spargesinnung vorzugaukeln" und gleichzeitig "mit beispielloser Unverschämtheit das Geld aus dem Fenster" zu werfen. Vier Millionen Euro habe allein die Propagandaserie "Österreich neu regieren - Zukunft ohne Schulden" gekostet.
Für ein paar Inserate zum Thema "Information betreffend Nulldefizit" habe die Regierung 326.359 Euro ausgegeben. Einen offenen Brief des Bundeskanzlers "betreffend das Nulldefizit" habe sich der Finanzminister 410.000 Euro kosten lassen, heißt es in dem vom "Falter" angeführten Bericht des Finanzministeriums. Für die Kampagne "Wir sichern Pensionen" seien nochmals 508.710 Euro ausgegeben worden.
Seitens des Rechnungshofs wurde auf Anfrage der APA bestätigt, dass "einige Beratungsaufträge Gegenstand einer Gebarungsüberprüfung" seien. Der "Falter" berichtet ferner, dass nicht nur Werbefachleute, sondern auch Investmentbanker und Unternehmensberater Aufträge vom Finanzminister erhalten hätten. Spitzenreiter unter den Beratern sei die Firma Andersen Business Consulting. Die international agierende Firma habe 60 Millionen Schilling im Jahr 2001 (4,4 Millionen Euro) für die "Beratungstätigkeit zur Erreichung eines Nulldefizits" erhalten. (apa)
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