Mittwoch, 4. Juni 2003

Neues Notruf-Handy ortet Verunglückte über GPS

  • Utl.: "Presentec GmbH" entwickelte neues Notruf-System
  • Benefon-Handys ab 1. Juli erhältlich

Ab 1. Juli dieses Jahres sind im österreichischen Fachhandel neue Notruf-Handys erhältlich, die einen Verletzten im Outdoor-Bereich auf bis zu zwei Meter orten können. Fünf Sekunden lang muss der Benützer auf den Knopf seines GSM-Mobilgerätes drücken, dann scheint seine genaue Position und alle wichtigen Daten des Verunglückten in der Leitstelle des Salzburger Roten Kreuzes auf. Das System wurde von der deutschen Firma Presentec GmbH hergestellt.

Der Jungunternehmer Heiko Thölmann aus Bielefeld, Geschäftsführer von Presentec, hat das System für die sofortige Hilfe auf Knopfdruck entwickelt. Er war selbst beim Hochsee-Segeln in Seenot geraten, begründet er seine Initiative für den Notruf, der über Satelliten die SOS-Call-Leitstellen in Deutschland und Österreich erreicht. Der Vorteil: Der Hilfesuchende braucht keine Ortsbeschreibung angeben, das integrierte GPS leitet die Daten über seine Position weiter. "30 Prozent der Leute, die bisher über Handy den Notruf betätigen, können nicht sagen, wo sie sind", gab Thölmann zu bedenken.

Funktioniert wie ein normales Handy
Das 595 Euro teure "MediTrack Service" beinhaltet spezielle Handys sowie die Ortung über den Notruf. Die Geräte, die vom finnischen Hersteller Benefon entwickelt wurden und wie ein normales Handy funktionieren, kombinieren GSM-Mobilfunktechnik und Satellitenortung in einem. Im zweiten Jahr nach Bezug des Gerätes muss der Kunde eine jährliche Servicegebühr von 90 Euro zahlen. Dazu kommen noch die regulären Gesprächsgebühren. Seit Anfang des Jahres gibt es das Service in Deutschland. "120 Kunden nahmen davon Gebrauch", erklärte Thölmann.

Obwohl bis heute nur Österreich eine Partnerschaft mit der SOS-Call GmbH geschlossen hat, zeigte sich sich Thölmann optimistisch, noch in diesem Jahr Verträge mit der Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien unterzeichnen zu können. Bis Ende 2004 soll der Dienst europaweit funktionieren.

Leitstelle eingerichtet
In jedem Partnerland wird eine Leitstelle eingerichtet, die den Notruf bearbeitet und ihn an die zuständige Rettungszentrale weiterleitet. Speziell ausgebildetes Personal, in Salzburg werden dafür zusätzlich zwei Rot-Kreuz-Mitarbeiter angestellt, betreuen den Hilferufenden in der Zwischenzeit telefonisch. (apa/red)

4.6.2003 12:53