Zwei Jahre Haft für Handy-Manipulation in Australien
- Änderung der IMEI-Nummer wird unter Strafe gestellt
Die australische Regierung hat angekündigt, die Änderung von IMEI-Nummern gestohlener Handys unter Strafe zu stellen. Der Strafrahmen soll bis zu zwei Jahre Gefängnis betragen. Ziel der Maßnahme ist es, Diebstahl und Hehlerei von Mobiltelefonen zu bekämpfen. Wie berichtet, werden in Australien als gestohlen oder verloren gegangen gemeldete Handys von allen GSM-Netzbetreibern anhand ihrer eindeutigen IMEI-Nummer erkannt und blockiert. Dadurch werden die Geräte für unredliche Inhaber nutzlos.
Allerdings ist es mit entsprechender Ausrüstung möglich, IMEIs nachträglich zu verändern. Auf diese Weise können Sperren umgangen werden. Daher soll in Australien nun der Besitz von oder die Kontrolle über Daten oder Geräte, mit der Intention diese selbst oder durch Dritte zur unredlichen Modifikation oder Änderung der IMEI eines Mobiltelefones einzusetzen, ein Delikt werden. Desgleichen soll die Herstellung, der Erhalt oder die Versorgung mit solchen Daten oder Geräten kriminalisiert werden. Pro Jahr werden rund 100.000 australische Handys gestohlen oder gehen sonst verloren.
Netz identifiziert das Endgerät
IMEI steht für "International Mobile Equipment Identity" und ist eine eindeutige Kennzeichnung jedes Handys mit einer einmaligen Nummer. Selbst wenn die SIM-Karte ausgewechselt wurde kann das Netz das Endgerät eindeutig identifizieren. In Österreich betreibt nur One ein derartiges System, bei dem dem Netzbetreiber als gestohlen oder abhanden gekommen gemeldete Handys vom Netz blockiert werden.
Großbritannien richtete Datenbank ein
Großbritannien hat sich, wie berichtet, das australische Modell zum Vorbild genommen und eine zentrale Datenbank eingerichtet. Will ein australischer User ein gebrauchtes Gerät kaufen, kann er entweder versuchen, damit ein Gespräch zu führen, oder eine kostenpflichtige Rufnummer anrufen, unter der er nach Bekanntgabe der 15-stelligen IMEI Auskunft über einen etwaigen Eintrag in der "schwarzen Liste" erhält. (pte/red)
