Montag, 2. Juni 2003

Ein Monat UMTS in Österreich - Eine erste Bilanz

  • Mobilkom liegt "leicht über den Erwartungen"
  • Hutchison: "Sind nicht zu früh gestartet"

Vor rund einem Monat sind Mobilkom Austria und der chinesische Mobilfunkbetreiber Hutchison mit der dritten Handytechnologie UMTS in Österreich gestartet. "Beim Handyverkauf liegen wir mit mehr als 1.500 Kunden leicht über den Erwartungen", zog die Mobilkom eine erste Bilanz. Hutchison spricht von "mehreren 100 zahlenden Kunden".

Unter den ersten UMTS-Kunden finden sich vielfach Mitbewerber. "Die Konkurrenz und Endgeräterzeuger" hätten zwar "fest mitgekauft", doch liege dieser Anteil "weit unter 50 Prozent", meint Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes. Die Mobilkom sei auch vom generierten UMTS-Umsatz "positiv überrascht". Der Umsatz bleibt allerdings bis Mitte Juli nur fiktiv, da alle UMTS-Dienste bei der Mobilkom bis zu diesem Zeitpunkt gratis genutzt werden können.

Kritik an "klobigem Handy" und Funklöchern
Kritische Stimmen der ersten UMTS-Kunden gebe es vor allem wegen des "zu klobigen" UMTS-Handys, berichtete Mattes. Die Mobilkom bietet derzeit ausschließlich das Siemens U10-Handy als UMTS-Gerät an, das für Neueinsteiger stolze 799 Euro und für Mobilkom-Kunden 899 Euro plus 6.500 Mobilpoints-Bonuspunkte kostet.
Über den Sommer bis spätestens zum 3. Quartal 2003 will die Mobilkom ein neues Gerät anbieten, das einen "Quantensprung" darstellen und von einem "größeren Publikum" genutzt werden soll.

Die UMTS-Netzversorgung sei grundsätzlich gut, einige Schwierigkeiten gebe es allerdings bei der Erreichbarkeit innerhalb von Gebäuden, bei der sogenannten "deep indoor"-Versorgung. Hier werde das Netz sukzessive verbessert.

Hutchison mit "mehreren 100 Kunden"
Hutchison, der unter der Marke "Drei" auftritt, habe bisher seit dem UMTS-Start in Österreich vor knapp einem Monat "mehrere 100 zahlende Kunden", sagte Hutchison Österreich-Chef Berthold Thoma. Die Zahl liege "im oberen Hunderterbereich" und damit "innerhalb der Erwartungen". Kritik von den Kunden gebe es kaum beim Netz, bemängelt würden hingegen die geringe Akkuleistung und der vergleichsweise hohe Preis der Handys.

Mögliche Preissenkung bei "Drei"
"Wir überlegen derzeit unterschiedlichste Modelle, um dem Kunden künftig beim Preis entgegen zu kommen", deutete Thoma eine mögliche Preissenkung an. Um dem Kunden mehr Auswahl bei den Endgeräten bieten zu können, wolle Hutchison ab Juni jeden Monat ein neues UMTS-Gerät in den Handel bringen. Das NEC e606, das einzige UMTS-Gerät, das Hutchison derzeit in Österreich anbietet, kostet 576 Euro, zwei Geräte können derzeit in einer Sonderaktion zum Preis von 899 Euro erworben werden.

"Bereuen den Start nicht im geringsten"
Kritik der Konkurrenz, Hutchison sei ebenso wie die Mobilkom zu früh mit UMTS gestartet, hält Thoma entgegen, man müsse "diesen Schritt irgendwann tun". Es gebe natürlich "die einen oder anderen Hoppalas" wie bei jeder neuen Technologie, die würden auch noch in zwei Monaten auftreten. Schade sei, dass es bei den Endgeräten wenig Auswahl für den Kunden gebe, räumte Thoma ein. Die Services und das Netz seien dem Kunden aber auf jeden Fall zumutbar: "Wir bereuen den Start nicht im geringsten". (apa/red)

Weitere Informationen:

  • mobilkom-Website
  • Hutchison-Website

    2.6.2003 11:51