SARS lässt Online-Unterricht boomen
- Tele-Kurse und Internet-Klassen "schützen" vor Erkrankung
·Auswirkungen
IT-Markt von SARS nicht gedrückt
·Online-Trauung
Hochzeit wegen SARS im Internet
Die Lungenkrankheit SARS hat einen unvorhergesehenen Nebeneffekt mit sich gebracht. Sie hat dem Online-Unterricht bei Pekings Schülern zum Aufschwung verholfen. In der chinesischen Hauptstadt haben Tele-Kurse und Online-Klassen großteils den regulären Unterricht ersetzt. Die einzige Online-Schule in China, Jinghua Education, hat eigens 33.000 Dollar in den Server- und Breitband-Ausbau investiert.
Jinghua Education bietet seit 18. April allen Mittelschul-Studenten gratis Audio-Kurse an. Die Kurse werden noch bis 30. Juni von anerkannten Lehrern der Stadt abgehalten. Neben dieser Online-Schule arbeitet der Pekinger Bildungsausschuss mit acht weiteren großen Network-Schulen zusammen, damit diese ihren Schülern das Lernen im Eigenheim erleichtern. Über 230 Grund- und Mittelschullehrer wechseln sich ab, um Fragen der Schüler online zu beantworten. Eine der Universität von Peking angehörige Mittelschule kooperiert sogar mit einem Kommunikationsunternehmen, um Schülern die Online-Kosten zu ersparen. Schülern kommen Online-Kurse nicht unrecht. Denn bisher haben Eltern die Anschaffung von Computern wegen der Ablenkungsgefahr durch Computerspiele und "schädlichen" Inhalten oftmals verweigert.
SARS brachte Schulleben zum Stillstand
"Die Ausbreitung von SARS hat den normalen Stundenplan stark beeinträchtigt. Online-Kurse sind in diesem Moment der sicherste und wirksamste Weg zu lernen", erklärt Kang Jian, Direktor einer Schule, in der mehr als 240.000 Dollar in den technischen Support gesteckt wurden. Nach Angaben von Liang Wei, Direktor des Pekinger Forschungszentrums für Grundschulausbildung, haben 500.000 von Pekings 1,7 Mio. Grund- und Mittelschülern Zugang zu Online-Kursen. Jeden Tag würden Lehrer für 13 Fächer Fragen online beantworten. Die Treffer für Ausbildungs-Websites sollen laut einem Bericht von China Daily zwölf Mio. betragen. Darüber hinaus können mehr als eine Mio. Pekinger Schüler auf Telekurse im TV oder Radio zurückgreifen. (pte/red)
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