Donnerstag, 5. Juni 2003

EMI klagt gegen Bertelsmann wegen Napster

  • 150.000 Dollar für jeden Fall der Urheberrechtsverletzung

Der britische Musikkonzern EMI hat den deutschen Medienkonzern Bertelsmann wegen der Finanzierung der Online-Tauschbörse Napster verklagt. EMI wirft Bertelsmann vor, durch die Finanzierung des Tauschdienstes groß angelegte Urheberrechtsverletzung gefördert zu haben. Damit schließt sich EMI einer 17-Milliarden-Dollar-Klage mehrerer Musikkonzernen an. Eine Bertelsmann-Sprecherin wollte zu der Klage zunächst keinen Kommentar abgeben.

Auch die Online-Ausgabe der "Financial Times" berichtet darüber, dass sich EMI der Klage angeschlossen hätte. "FT.com" zufolge fordert EMI von Bertelsmann wie bereits Vivendi Universal 150.000 Dollar für jeden Fall der Urheberrechtsverletzung.

Musikindustrie vs. Napster
Die Musikindustrie hatte mit aller Kraft versucht, die Musiktauschbörse mit einst mehr als 60 Mio. Nutzern wegen Urheberrechtsverletzungen zu schließen. Nach mehreren Gerichtsurteilen wurde Napster stillgelegt, musste Insolvenz anmelden und ging schließlich für fünf Mio. Dollar an die Softwarefirma Roxio, die unter dem Namen einen Internet-Musikvertrieb aufbauen will.

Bertelsmann wollte ebenfalls die Bekanntheit der Marke Napster für eine kommerzielle Online-Plattform nutzen und investierte in Napster rund 85 Mio. Dollar. Das Projekt scheiterte jedoch an den Rechtsstreitigkeiten. (apa/red)

Weitere Informationen:

  • Napster-Website

    5.6.2003 10:10