AUA-Konflikt: Piloten melden sich weiter krank
- Am Dienstag 3 Flüge wegen Krankenständen gestrichen
- AUA-Piloten empört über Kündigungen (Kasten rechts)
·AUA-Piloten
Empörung über neue Kündigungen
·AUA-Chef
Vagn Sörensen im IATA- Aufsichtsrat
Die Fälle von kurzfristigen Krankenständen bei Piloten der Austrian Airlines gehen weiter. Am Dienstag haben sich insgesamt 16 Piloten krank gemeldet. Die Flüge nach Sofia, Brüssel und Paris mussten daraufhin gestrichen werden, die Passagiere wurden auf spätere Verbindungen umgebucht. Außderdem fanden Betriebsversammlung des Bordpersonals statt - zwei Langstreckenflüge mussten daher mit 2 Stunden Verspätung abheben!
Angesichts der seit drei Tagen gehäuft aufgetretenen Krankenstände bei den Piloten hat der AUA-Vorstand seine Drohung wiederholt: Die Krankmeldungen würden genau "beobachtet", so AUA-Vorstand Walter Bock am Dienstag. Die AUA-Führung spricht von "konzertierten Störaktionen", die im Interesse von Kunden und Unternehmen ebensowenig toleriert würden, wie "jegliche Tonalität in Richtung Streik".
"Ich ersuche um Verständnis, dass wir kein Verständnis haben, wenn auf dem Rücken der Kunden Einzelinteressen vertreten werden", sagte AUA-Vorstand Josef Burger vor Journalisten. Ein Krankenstand an sich sei kein Entlassungsgrund, wohl aber ein offensichtliches Fehlverhalten, unterstrich der Vorstand.
Belegschaftsvertreter der Luftfahrtgruppe aus AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways haben diese Vorwürfe am Dienstag als "Unterstellungen" zurückgewiesen: "Dass zu Pfingsten im Pilotenbereich der AUA vermehrt Krankenstände aufgetreten sind, war sicher keine Aktion des Betriebsrates, sondern vielmehr die Folge der dauernden Mobbing-Aktionen seitens des Vorstandes", sagte Wolfgang Hable, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des AUA-Bordbetriebsrats.
Seit wenigen Tagen häufen sich kurzfristige - teils nur eine Stunde vor Betriebsbeginn eingehende - Krankenstandsmeldungen für Flüge auf den Maschinen Airbus A320 und Fokker, jenen Maschinen, die von den in der Vorwoche ausgesprochenen Kündigungen von zunächst 17 Piloten betroffen sind.
Laut AUA-Angaben sind in Folge der Krankenstände seit Donnerstag gut 40 Flüge (20 Hin- und Rückflüge) ausgefallen. Die Kosten durch die Ausfälle beziffert die Fluggesellschaft mit rund 250.000 Euro, einschließlich der Umbuchungskosten auf Flüge anderer Gesellschaften, Aufenthalts- und Verpflegungskosten sowie die Mobilisierung zusätzlicher Arbeits- und Flugzeugkapazitäten innerhalb der Gruppe. Zum Teil seien Langstreckenflugzeuge auf Kurz- und Mittelstrecke eingesetzt worden.
(APA/Red.)
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