Donnerstag, 5. Juni 2003

Akte Libro: Neue Leichen im Keller

  • Neue Ermittlungen, Hausdurchsuchung

Kriminalfall Libro. Im Gefolge der Megapleite gab es auch bei Wirtschaftsprüfern sowie der Telekom Austria Hausdurchsuchungen. Und der Gläubigerausschuß will von den Altgesellschaftern 32 Millionen Euro Sonderdividende zurück.

Hans Barwitzius, Untersuchungsrichter am Landesgericht Wiener Neustadt, droht schön langsam den Überblick zu verlieren. Mit der gerichtlichen Voruntersuchung im Gefolge der Megapleite von Libro betraut, wird Barwitzius seit drei Monaten durch immer neue Hausdurchsuchungen mit stetig wachsenden Aktenbergen eingedeckt. Zum Papierwust gesellt sich die gigantische Datenmenge von rund 1.000 Gigabyte, die ein Spezialtrupp der niederösterreichischen Kriminalabteilung beschlagnahmt hat. Das entspricht der Festplattenkapazität von etwa fünfzig PC.

Die Daten sollen dem Grazer Wirtschaftsprüfer Fritz Kleiner als Grundlage dienen. Ihn hat das Wiener Neustädter Gericht mit einer Expertise betraut. Denn noch immer läuft die Voruntersuchung gegen den ehemaligen Libro-Chef André Rettberg und seinen Ex-Finanzvorstand Johann Knöbl wegen des Verdachts auf schweren Betrug, Untreue und grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Und jetzt läßt auch noch der Libro-Gläubigerausschuß prüfen, ob von den früheren Eigentümern wenigstens ein Teil einer 1999 ausbezahlten Sonderdividende zurückzuholen ist.

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5.6.2003 20:43