Kirch-Übernahme durch Saban gescheitert
Die geplante Übernahme der Kerngeschäfte der insolventen KirchMedia durch den US-Investor Haim Saban ist nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen gescheitert. "Es ist vorbei", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus den Kreisen.
Haim Saban sei am Mittwoch persönlich nach München gekommen, um noch einmal mit KirchMedia-Insolvenzverwalter Michael Jaffe zu sprechen. "Ich glaube nicht, dass Saban das Rad noch einmal herumreißen kann, es sei denn, er legt Geld auf den Tisch", hatte ein Beteiligter vor dem Treffen gesagt. Saban hatte sich im März in einem monatelangen Bieterwettbewerb um die Reste des Medienimperiums von Unternehmer Leo Kirch durchgesetzt und den Erwerb von Deutschlands größtem TV-Konzern ProSiebenSat.1 und der Filmrechtebibliothek von KirchMedia für mindestens 1,7 Mrd. Euro vereinbart.
In den Endverhandlungen bis zum für Mitte Juni geplanten Abschluss tauchten aber immer mehr Probleme auf. KirchMedia und die Gläubigerbanken haben daher bereits einen Alternativplan vorbereitet, demzufolge KirchMedia zunächst weiter Großaktionär bei ProSiebenSat.1 bleibt und eine notwendige Kapitalerhöhung gemeinsam mit den Banken finanziert. Auch die Filmrechtebibliothek soll weiter betrieben werden. Nach einem neuen Investor soll erst in ein oder zwei Jahren Ausschau gehalten werden. (APA)
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