28.000 Passagiere von Alitalia-Streik betroffen
- 285 Flüge ausgesetzt - 60 davon wurden gestrichen
- Flugbegleiter-Protest: Staatsanwaltschaft startete Untersuchung
Der vierstündige Streik des Alitalia-Personals und der Protest der Flugbegleiter, die sich seit Samstag reihenweise krankmeldeten, um gegen den Sanierungsplan der Fluggesellschaft zu protestieren, hat am Dienstag in Italien mehr als 28.000 Flugpassagiere betroffen. Nach Alitalia-Angaben wurden insgesamt 285 Flüge ausgesetzt. 60 davon mussten wegen Mangels an Flugbegleitern gestrichen werden.
Auf Grund der massiven Proteste wütender Passagiere, die Stunden lang in den Hallen der Flughäfen warten musste, leitete die römische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung ein. Die Flugbegleiter verteidigten ihren Protest. "Dies ist unser einziger Weg, um die Streichung von rund 400 Arbeitsplätzen zu verhindern", sagte ein Sprecher.
Kritik von Berlusconi
Der Alitalia-Streik wurde indirekt auch von Regierungschef Silvio Berlusconi kritisiert. "Jeder muss Verantwortung tragen, produktiv sein und nicht wegen Streiks von der Arbeit fern bleiben, die die Resultate der nationalen Wirtschaft belasten", sagte der Ministerpräsident. Seine Worte lösten eine entrüstete Reaktion der Gewerkschaften aus. "Man streikt nicht aus Spaß, sondern weil es konkrete Gründe gibt", betonte ein Gewerkschaftssprecher.
Die Flugbegleiter protestieren seit Samstag gegen den Beschluss des Alitalia-Chefs Francesco Mengozzi, ab dieser Woche die Zahl der Stewardessen und Stewards auf jedem inländischen sowie den innereuropäischen Flügen unter zwei Stunden von vier auf drei zu reduzieren. Wegen des anhaltenden Protests beschloss Mengozzi, vorerst darauf zu verzichten. Er unterstrich jedoch, dass Opfer notwendig seien, wolle die noch staatliche Fluggesellschaft die schwere Krise im Luftverkehr bewältigen.
Am Mittwoch ist ein Treffen zwischen den Gewerkschaften und dem Alitalia-Management im Verkehrsministerium geplant. Die Regierung will im Streit vermitteln. (apa/red)
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